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„Da wusste ich: Es passt zu Burg”

Ein Kinderhospiz soll in Burg entstehen und anders als der Name vermuten lässt, bedeutet diese Art des Hospiz Anfang und nicht Ende.
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Grafik: PR

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Hospiz? Was verbinden Menschen damit? Tod?! Hospiz kommt ursprünglich aus dem Lateinischen. Ein sog. „Hospitium“ hieß nichts anderes als „Herberge“, erst später wandelte sich die Bedeutung zu „Unheilbarenhaus“. Dieses Verständnis dauert bis heute an. Ältere Menschen, aber auch Menschen mit unheilbaren Krankheiten kommen in ein Hospiz um sich langsam auf ihren eigenen Tod vorzubereiten. Beim Ortstermin in Burg im Spreewald erfährt das Wort „Hospiz“ nun ein neues Attribut. In Burg wird nämlich ein „Kinderhospiz“ errichtet. Anders als man nun denken könnte, kommen hier keine Kinder an diesen Ort, um langsam aus dem Leben zu scheiden, sondern eben auch um mal vom Alltag abzuschalten. Der neue Hausleiter Roland Hauke sagte es bereits: „Hier werden schwerkranke Kinder und ihre Eltern Entspannung und Erholung finden. Der Spreewaldort Burg ist hierfür mit seiner Vielzahl an Angeboten prädestiniert.“ Nun war die offizielle Präsentation des Projekts in der Feuerwache in Burg, keine 100 Meter entfernt von dem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem letztlich das Kinderhospiz gebaut werden soll.

Zwei Stimmen zum Bau:

Andreas Berger-Winkler (hauptamtlicher Regionalvorstand Johanniter Südbrandenburg): Eine solche Einrichtung ist sehr wichtig. Durch unsere Arbeit, wie ambulante Hilfe, Kinderkrankenhilfe, Kinderhospize, stecken wir ja tief in der Thematik. Wir sind ganz nah an den Familien und den Kindern und wissen welche Bedarfe für solch eine Einrichtung bestehen. Man darf sich dabei von dem Begriff „Hospiz“ auch nicht abschrecken lassen. Die Kinder und Familien sollen eine schöne Zeit verbringen und sich wohlfühlen. Gerade der Standort Burg bietet dafür die perfekten Voraussetzungen, das passt einfach. Die Wichtigkeit einer solchen Einrichtung zeigt sich auch darin, dass es in Ostdeutschland gerade mal drei Kinderhospize gibt. Wohlgemerkt wollen wir ja hier auch etwas neues schaffen, indem wir eine betreute Wohngruppe hinzufügen. Wir wissen von den Familien wie schwer es ist, einen Platz in einem Kinderhospiz zu bekommen. Machen wir an dieser Stelle einen Ländervergleich und schauen nach England sehen wir 300 solcher Einrichtungen, in Deutschland gibt es gerade mal 16. All das zeigt uns, dass ein Kinderhospiz dringend notwendig ist. Ira Frackmann (ehrenamtliche Bürgermeisterin Gemeinde Burg)
Es ist ein tolles Projekt. Für Burg ist es ein Alleinstellungsmerkmal. Am Anfang habe ich es auch erst mal hinterfragt, doch als mir die Idee näher gebracht und erklärt wurde, auch wie so ein Kinderhospiz genau funktioniert, da wusste ich, es passt zu Burg, eben weil Menschen hierher kommen, um sich zu erholen oder auch um zu sich selbst zu finden. Gerade das ist auch für Familien mit einem pflegebedürftigen Kind enorm wichtig. (sth)