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Ukraine-Hilfe: Landkreis holt Städte und Gemeinden ins Boot

Bautzen. Die Städte und Gemeinden aus dem Landkreis Bautzen unterstützen die Kreisverwaltung bei der Unterbringung von Kriegsvertriebenen aus der Ukraine. Erste konkrete Inhalte der Unterstützung diskutierten die Bürgermeister am Donnerstag (17. März) mit der Kreisverwaltung.
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Die Bürgermeister aus dem Landkreis Bautzen und Vize-Landrat Udo Witschas verständigten sich im Kreistagssaal zur Hilfe für die aus der Ukraine Geflüchteten.

Die Bürgermeister aus dem Landkreis Bautzen und Vize-Landrat Udo Witschas verständigten sich im Kreistagssaal zur Hilfe für die aus der Ukraine Geflüchteten.

Foto: LRA Bautzen

Vize-Landrat Udo Witschas dankte den Städten und Gemeinden für die bisher in hohem Umfang geleistete Hilfe bei der Unterbringung von Ukrainern, die auf verschiedenen Wegen und abseits der regulären Verfahren den Landkreis Bautzen erreicht haben. Bürgermeister verschiedener Städte und Gemeinden berichteten von ihren ersten Erfahrungen. So wurden nicht nur Vertriebene Frauen und Kinder in Unterkünfte vermittelt, sondern auch erste Kontakte zu Sport- und anderen Vereinen hergestellt.

 

Dezentrale Unterbringung wird favorisiert

Witschas betonte, dass die Situation auf unbestimmte Zeit eine Mammutaufgabe darstellen werde, jedoch nicht mit der Flüchtlingskrise 2015/2016 vergleichbar sei. Aktuell seien geschätzt 1200 Menschen aus der Ukraine im Landkreis untergekommen. 600 seien bereits erfasst, 56 ordentlich registriert und 87 durch das Landratsamt in Wohnungen verteilt worden. "Bei der Unterbringung werden wir zunächst auf eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen setzen", so Witschas. Inwiefern weitere Gemeinschaftsunterkünfte benötigt würden, könne derzeit noch nicht abschließend bewertet werden.
 
Auf Unterstützung durch die Städte und Gemeinden soll insbesondere bei der Unterbringung zurückgegriffen werden. Dies umfasst die Zuweisung von Wohnraum an Vertriebene sowie die Sichtung und Ausstattung von Immobilienangeboten. Erwartet wird, dass jede Stadt und Gemeinde eine Kapazität vorhält, die etwa zwei Prozent der Einwohnerzahl umfasst.
 

"Schnell eine Bleibeperspektive bieten"

Auch bei der Ersterfassung und der Beantragung und Auszahlung von Geldleistungen bat Witschas die Gemeinden um Hilfe. Hier werden derzeit die Details abgestimmt. Eine weitgehende Digitalisierung der Antragstellung soll die Arbeit so effizient wie möglich gestalten. Die Bürgermeister verwiesen auf die hohe Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung und stimmten einer dezentralen Organisation im Grundsatz zu. Neben den Fragen der Ausstattung von unmöblierten Wohnungen wurde eine schnelle Integration der ukrainischen Menschen als wichtig erachtet, etwa in der Form von Sprachkursen oder der Arbeitsaufnahme. "Wir sollten den Menschen schnell eine Bleibeperspektive bieten", sagte Michael Herfort, Bürgermeister der Stadt Wilthen.
 


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