Silke Richter

Schwieriger Spagat in Krisenzeiten

Hoyerswerda. Aufgrund der aktuellen Situation am Energiemarkt muss die VBH ab 1. Januar 2023 ihre Preise für Strom, Gas und Fernwärme anpassen. Es gibt aber auch gute Neuigkeiten.

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Auch die VBH muss ihre Preise zum 1. Januar 2023 anpassen. Um die Mehrkosten im Rahmen zu halten, ist ein neues Bewusstsein fürs Energiesparen notwendig.

Auch die VBH muss ihre Preise zum 1. Januar 2023 anpassen. Um die Mehrkosten im Rahmen zu halten, ist ein neues Bewusstsein fürs Energiesparen notwendig.

Foto: G. Altmann/Pixabay

Die aktuellen Zeiten seien sehr aufregend und schlagen in vielen Bereichen hohe Wellen. Die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda (VBH) versuchen aufmerksam und vorausschauend zu arbeiten, um Preise in einem vertretbaren Rahmen halten zu können. »Aber genau das ist wegen der aktuellen Lage und nicht vorhersehbarer Entwicklung enorm schwierig. Wir müssen der Wahrheit ins Gesicht schauen«, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der VBH, Uwe Blazejczyk.

Wichtig sei auch, so VBH-Geschäftsführer Wolf-Thomas Hendrich, dass die Kunden in diesem schwierigen Prozess mitgenommen und detailliert informiert werden. »Bisher profitierten unsere Kunden von unserer vorausschauenden Beschaffungsstrategie. Diese führte dazu, dass wir in turbulenten Zeiten in diesem Jahr verhältnismäßig lange Preisstabilitäten hatten«, so der VBH-Geschäftsführer.

 

Preiserhöhung ab 1. Januar

Die ersten Informationsschreiben über die notwendig gewordenen, veränderten Konditionen sind bereits an Kunden per Post verschickt worden. Daraus ist die Anpassung des Strompreises aufgrund gestiegener Kosten ersichtlich und nachvollziehbar.

Ab dem 1. Januar 2023 erhöht sich damit der Arbeitspreis um 22,63 Cent pro kWh brutto auf 49,58 Cent pro kWh brutto. Der Grundpreis bleibt unverändert. Bei einem Jahresverbrauch von beispielsweise 2.500 kWh erhöhen sich die monatlichen Stromkosten somit um 47,15 Euro brutto.

Die von der Bundesregierung verbindlichen Maßnahmen im Rahmen der Entlastungspakete, wie Steuersenkung und Preisdeckelung, werde die VBH auch zukünftig unverzüglich an ihre Kundschaft weitergeben. Zum 1. Juli dieses Jahres erfolgte bereits die Weitergabe der abgesenkten so genannten EEG-Umlage an die Kundschaft. EEG heißt Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und fördert die Stromerzeugung aus sauberen, erneuerbaren Energien. Die EEG-Umlage wurde bisher von Stromkunden mitfinanziert damit Atomkraftwerke und Kohlewerke abgeschafft werden. Im Juli 2022 wurde die EEG-Umlage abgeschafft.

 

Die Gasspeicher der VBH sind voll

Und es gibt weitere gute Neuigkeiten in schwierigen Zeiten: Fernwärmekunden dürfen mit einer vergleichsweise moderaten Preisanpassung von unter 10 Prozent aufgrund der erhobenen CO2-Umlage rechnen. Die CO2-Abgabe wurde seit vergangenem Jahr beim Heizen mit Öl oder Erdgas zusätzlich erhoben und musste von Mietern bisher allein getragen werden.

Zudem seien die Gasspeicher der VBH voll und damit sei auch die Versorgung über den Winter abgesichert. Vorausgesetzt, das Wetter spiele mit und es treten keine unerwarteten eisigen Wintermonate auf. In dem Fall könnten steigende Kosten zu einer Preisanpassung führen, wenn Gasspeicher aufgebraucht sind und Gasversorger wie die VBH zu erhöhten Preisen neues Gas beschaffen müsse. »Die Trink- und Abwasserpreise bleiben hingegen auch 2023 stabil«, so Wolf-Thomas Hendrich.

 

Neues Bewusstsein fürs Energiesparen entwickeln

VBH-Sachgebietsleiterin Xandra Prenzler spannte abschließend den Bogen zum sehr wichtig gewordenen Umgang mit Energien. Es sei an der Zeit auch ein neues Bewusstsein dafür zu schaffen. »In der Vergangenheit wurde manchmal sehr sorglos mit vorhandener Energie umgegangen.« Hierbei könnten auch Energiespartipps helfen. So spare richtiges Heizen bares Geld. Pro Grad weniger an Raumtemperatur ließen sich etwa sechs Prozent Heizkosten sparen. Zudem sei das Stoß- oder Querlüften bei abgedrehten Thermostatventilen immer effektiver als das Fenster ständig anzukippen. Auch die regelmäßige Pflege und Wartung der Heizkörper spare bares Geld.


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