Sandro Paufler

Neukirchs weltberühmte Tassen

Neukirch/Lausitz. In der Oberlandgemeinde werden die heiß begehrten Tassen für die hiesigen Weihnachtsmärkte hergestellt. Bei der Töpferei Kannegießer ist die Nachfrage ungebrochen hoch. Die edle Keramik wurde dieses Jahr sogar bis in die USA geliefert.

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Geschäftsführer Andreas Kannegießer hält ein wertvolles Gut auf seinen Schultern: die Tassen für den Dresdener Striezelmarkt. Jede Tasse wird für den jeweiligen Ort individuell gestaltet.

Geschäftsführer Andreas Kannegießer hält ein wertvolles Gut auf seinen Schultern: die Tassen für den Dresdener Striezelmarkt. Jede Tasse wird für den jeweiligen Ort individuell gestaltet.

Foto: Sandro Paufler

Viele Leserinnen und Leser hatten sie schon einmal in der Hand – die Weihnachtsmarkttasse von der Töpferei Kannegießer. Ob beim Dresdener Striezelmarkt, den Pfefferkuchenmarkt in Pulsnitz oder den Märkten in Seiffen und Schneeberg. Selbst in den USA wird Glühwein oder Punsch aus Neukircher Tassen getrunken.

 

Wer kann 95.000 Tassen herstellen?

 

Angefangen hat alles vor sieben Jahren. Als damals ein Container aus Übersee mit bestellten Tassen beschädigt war, suchten die Initiatoren des Dresdener Striezelmarktes dringend nach einem alternativen Hersteller. Gebraucht wurden 95.000 neue Tassen. Für die Ausschreibung hatte sich damals der Geschäftsführer Andreas Kannegießer erfolgreich beworben. Er war bundesweit der einzige Bewerber, der Keramiktassen in dieser Stückzahl produzieren konnte. Bis heute liefert das Neukircher Unternehmen jährlich zwischen 50.000 und 65.000 Tassen nach Dresden.

 

Pulsnitz, Bremen & USA - alle wollen Neukircher Tassen

 

Schnell sprach sich herum, dass die wertigen Tassen aus der Oberlausitz in der Gestaltung und der Qualität überzeugten. In den folgenden Jahren wurden weitere Tassen für den Pfefferkuchenmarkt Pulsnitz, für das Unternehmen Herrnhuter Sterne, den romantischen Weihnachtsmarkt in Dresden sowie die Märkte in Seiffen, Schneeberg und Bremen produziert. Eine besondere Lieferung ging dieses Jahr in die USA: 1.200 Tassen wurden per Flieger nach Charleston, in den Südosten von Amerika, auf einen Christkindelmarkt geliefert.

Für die Entwicklung einer Weihnachtsmarkttasse geht in der Regel ein halbes Jahr ins Land. Die Aufgabe des beauftragten Designers Thomas Kühn ist es, die Tassen mit möglichst viel Ortsbezug zu gestalten. Wenn der erste Prototyp der Tasse steht und die optimale Tonmischung gefunden wurde, werden die entsprechenden Werkzeuge mit CNC-Maschinen hergestellt und in die Produktionslinie integriert. Die Tasse wird während der Herstellung dreimal gebrannt. Bei der Fülle an Aufträgen kann es durchaus passieren, dass die mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurzfristig im Zwei-Schicht-System arbeiten müssen.

 

Gegen die hohen Energiepreise ankämpfen

 

Nichts geht in einer Töpferei mit Strom und Gas. Vor allem die gestiegenen Stromkosten belasten das Unternehmen sehr. Der innovative Geschäftsführer ist deshalb auf die Idee gekommen, in ein eigenes Blockheizkraftwerk zu investieren. Mit dem kleinen gasbetriebenen Kraftwerk kann Strom produziert und die anfallende Abwärme für die Betreibung eines Brennofens genutzt werden. Damit möchte das Unternehmen langfristig gesehen die Energiekosten senken. »In zwei bis drei Jahren könnte das Projekt umgesetzt werden«, erklärt der Geschäftsführer Andreas Kannegießer.


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