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Kindern ein besseres Vorbild sein

Kamenz. Seit letztem Jahr macht sich eine Gruppe junger Frauen und Eltern für die Bedürfnisse von Kindern stark. WochenKurier stellt das Projekt vor.

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Kira Ziesche, Claudia Röder, Elisa Ludwig und Sophie Appleby zeigen die ersten Materialien, die über ihr Projekt entstanden sind und jetzt an Eltern, Erzieher und andere Multiplikatoren verteilt werden.

Kira Ziesche, Claudia Röder, Elisa Ludwig und Sophie Appleby zeigen die ersten Materialien, die über ihr Projekt entstanden sind und jetzt an Eltern, Erzieher und andere Multiplikatoren verteilt werden.

Foto: Sam Appleby/Appleby Polaroids

Worum geht es bei dem Projekt »Kinder unserer Heimat«?

Claudia Röder: Mit unserem Projekt möchten wir vorerst regional Erwachsene im Umgang mit unseren Kindern sensibilisieren. In unserer hektischen Zeit scheint das Bewusstsein über die Auswirkungen unserer gesagten Worte und unserer Handlungen zu unseren Kleinsten verloren gegangen zu sein. Um die Welt für die Kinder wieder ein Stück besser zu machen, müssen wir jedoch ein Umdenken bei den Erwachsenen erreichen. Tägliche Denkanstöße auf Postkarten und Plakaten sollen darauf aufmerksam machen.

 

Wie entstand die Idee dazu?

Durch meine Arbeit als Physiotherapeutin in den Frühförderstellen unserer Region wurde ich täglich auf Missstände im Umgang mit unseren Kindern aufmerksam. Besonders während der Pandemie hat sich an vielen Stellen die Lage zugespitzt. Psychische, körperliche und sexuelle Gewalt sind Alltag vieler Schutzbefohlener. Dadurch entstand bei mir ein dringendes Bedürfnis etwas zu bewegen.

 

Wer steht noch hinter dem Projekt?

Unser Projekt wird unterstützt durch den Kinderschutzbund OV Kamenz e.V.. Mittlerweile hat sich ein Projektteam aus drei Vereinsmitgliedern und zwei weiteren Ehrenamtlichen gebildet, das sich speziell mit der Umsetzung unseres Vorhabens befasst.

 

Was wollen Sie Eltern, aber auch allen anderen Menschen, die täglich mit Kindern zu tun haben, mit auf den Weg geben?

Wir wünschen uns, dass jeder Erwachsene bewusster mit seinen Worten und seinen Handlungen umgeht. Kinder übernehmen unsere Verhaltensweisen und sind ein Spiegel ihres Umfeldes. Sie können also nur die Dinge übernehmen, die sie täglich erleben und sehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir als Erwachsene die Verantwortung für unser eigenes Verhalten übernehmen und bewusster auf unsere Kinder eingehen.

 

Wie kommen Ihre Informationen zu diesen Menschen?

Aktuell haben wir gedruckte Materialien kostenfrei an alle Spender und Kitas im Raum Hoyerswerda, Kamenz und Königsbrück verteilt. Wir hoffen, dass wir über Aushänge und eine Verbreitung in den Kitas möglichst viele erreichen können. Ebenfalls haben wir eine Webseite und ein Instagram Account erstellt. Wenn unser Projekt weiterwächst, möchten wir unsere Materialien gerne über eine Vorstellung in Kitas und Schulen unter die Leute bringen. In Kamenz wurde bereits ein Elterncafé auf den Weg gebracht, das zum Vermitteln von Inhalten sowie zum Austausch dienen soll.

 

Welche Rückmeldungen haben Sie bisher zu dem Projekt »Kinder unserer Heimat« erhalten?

Alle Institutionen, bei denen wir uns bereits vorstellen durften, sind begeistert von der Umsetzung und unterstützen unser Vorhaben. Auf eine Rückmeldung der einzelnen Kitas warten wir noch. Wir hoffen, dass sie im nächsten Schritt auf uns zukommen und den Kontakt zu uns herstellen. So langsam kommen wir mit einzelnen Firmen aus dem Bekanntenkreis in Kontakt, die an einem Sponsoring interessiert sind. All die positiven Rückmeldungen bestärken uns sehr in unserer Arbeit.

 

Wie finanziert sich das Projekt?

Unser Projekt wird derzeit ausschließlich über Spendengelder finanziert, die wir bei der Crowdfunding Plattform 99Funken.de erzielt haben. Wir möchten Firmen und Unternehmen als Sponsoren begeistern, damit sie Werbung für uns machen und wir weitere Druckkosten abdecken können. Dafür bekommen sie Materialien sowie eine Verlinkung auf unserer Webseite. Ebenso kann jeder Einzelne bei der Verbreitung unserer Karten helfen oder etwas spenden.

 

Welche nächsten Schritte planen Sie für das Projekt?

Die nächsten Motive stehen bereits in den Startlöchern und warten auf den Druck und die Verbreitung. Im Sommer ist eine Art Freiluftkino für Eltern und Interessierte geplant, bei dem wir Themen wie den Umgang mit Stress, Emotionen und alten sowie neuen Erziehungskonzepten beleuchten möchten. Ebenso würden wir uns anbieten, in die einzelnen Kitas zu kommen und unsere Intention sowie die Materialien vorzustellen.

 

Wo sehen Sie das Projekt »Kinder unserer Heimat« in drei Jahren?

In drei Jahren möchten wir, dass an ganz vielen Kühlschränken und Pinnwänden unsere Postkarten hängen und sie bei möglichst vielen Menschen ein Nachdenken und Hinterfragen angeregt haben. Wir wünschen uns, dass wir bis dahin ein Netzwerk und eine Plattform erschaffen haben, die Eltern und Fachpersonal miteinander vernetzt und Möglichkeiten des Austausches bietet. Wir möchten als Ratgeber und Ansprechpartner für sensible Themen fungieren.

 

Mehr Infos unter www.kinderunsererheimat.de