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„Kinder kommen als kleine Urmenschen auf die Welt“

Vorschulkinder der Kita „Sausewind“ zünden ihr erstes Streichholz. Erfunden hat Armin Berger das Projekt zwar nicht, aber als Feuerwehrmann der Zuse-Stadt (150 bis 200 Brände jährlich) hat er seine ganz eigenen Erfahrungen mit der „Faszination“ dieser Urgewalt.
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Kita-Chefin Ricarda Tröster, Workshop-Leiter Armin Berger und vier der kleinen „Probanden“. Foto: wit

Kita-Chefin Ricarda Tröster, Workshop-Leiter Armin Berger und vier der kleinen „Probanden“. Foto: wit

Und weil nicht selten Kinder an gefährlichen Feuersituationen beteiligt sind, bundesweit etwa 20 Fälle täglich, hat sich der Mann nach alternativen Präventionsmethoden umgeschaut und wurde fündig. 
„Als Feuerwehr gehen wir zwar regelmäßig in Kindergärten und leisten dort entsprechende Aufklärungsarbeit, aber nicht selten mit dem erhobenen Zeigefinger. Ob das bei den Kleinen in der heutigen Zeit immer so gut ankommt, darf pädagogisch zumindest angezweifelt werden. Dabei  gibt es durchaus sinnvolle Alternativen. Eine davon hat sich bereits in Berlin und Brandenburg so gut wie etabliert. Das Konzept möchten wir nun auch in unserer Region für möglichst viele Vorschulkinder  an den Start bringen“, so Berger. Erfunden hat es der für seine „brennenden“ Erziehungsmethoden mehrfach ausgezeichnete Künstler Kain Karawahn, der in Deutschland dazu beigetragen haben soll, dass das Thema „Feuer und Kinder“ enttabuisiert wird. Sein Credo: „Kinder kommen als kleine Urmenschen auf die Welt und nur ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Wird über das Verbotene altersgerecht informiert, zudem praktisch erlebbar gemacht, verliert es letztlich seinen Reiz.“ Davon ist auch Ricarda Tröster, Chefin der Sportbund-Kita „Sausewind“ überzeugt und konnte  am Dienstag auch die Eltern der jungen „Probanden“ davon begeistern: „Der lehrreiche Workshop wird nun am 8. Mai bei uns starten und am 12. Mai seinen Abschluss finden. Nicht nur für unsere Einrichtung eine echte Premiere, wahrscheinlich auch eine, die in ganz Sachsen sicher Schule machen dürfte“, ist Tröster sicher. 
Kontakt mit „Lodrian“
Fünf tolle Tage, an denen die allermeisten Vorschulkinder „offiziell“  ihr erstes Streichholz zünden dürfen und mit dem „Lodrian“ direkt in Kontakt treten. Was aber nichts mit „kokeln bis die Heide brennt“ zu tun haben wird. Armin Berger: „Die Kinder sollen unter unserer Aufsicht  den verantwortungsvollen Umgang mit Feuer erlernen, aber durchaus auch mal spüren, dass es ein guter Freund sein kann, unter Umständen aber auch ein böser Feind.“ Bernd Witscherkowsky  
Wir bleiben dran! WochenKurier wird die fünf Tage in der Kita „Sausewind“ mit Stift und Kamera begleiten.


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