Karin Rodig

Jetzt per Automat: Rohmilch mit Sahnehäubchen

Danny Oese betreibt in Wachau die erste Bauernhof-Milch-Tanke in der Region.
Bilder
Auch wenn Danny Oese Feierabend hat ist der Milchautomat betriebsbereit: Ausschank rund um die Uhr.  Foto: Rodig

Auch wenn Danny Oese Feierabend hat ist der Milchautomat betriebsbereit: Ausschank rund um die Uhr. Foto: Rodig

Immer mehr Bauern setzen den niedrigen Milchpreisen den Eigenverkauf von Rohmilch entgegen. An den Milchtanken auf den Bauernhöfen kann meist rund um die Uhr gezapft werden. Manche Neuheit bringt auch Erinnerungen  mit sich. Zum Beispiel an den alten Milchkrug von Uroma. Wer sich im Oese-Hof im Wachauer Ortsteil Seifersdorf an der Milch-Tanke bedient ist gut beraten, solch ein Gefäß dabei zu haben. „Doch keine Sorge, es stehen  genügend verschlussfähige Pfandflaschen bereit“, sagt Danny Oese. Vor wenigen Tagen hat sie den ersten patentierten  Milchautomaten in der Region in Betrieb genommen. „Bedingung dafür ist ein Standort höchstens 60 Meter von der Milcherzeugung – sprich dem Stall – entfernt sowie die Betriebsbereitschaft rund um die Uhr. Also wie eine Tankstelle, auch wenn das die Verantwortlichen nicht gern hören.“ 

Milch per Knopfdruck

Vorstellen muss man sich die „Maschine“ als Kombination von Großkühlschrank und Getränkeautomat. Nach Vorkasse  und Knopfdruck gibt sie je nach Wahl Ein- und Halbliter-Portionen aus, reinigt und spült anschließend den Zapfhahn und ist ferner in der Lage, dem Betreiber  per Handy eventuelle Unregelmäßigkeiten und Störungen zu signalisieren. Längere Zeit haben die Oeses über diese Anschaffung nachgedacht. Zum einen stellt der Automat eine Ergänzung zum kleinen Hofladen dar. Zum anderen erhofft sich die Familie davon einen finanziellen Ausgleich zu den immer niedriger werdenden Milch-Aufkaufpreisen. Zirka 40 Rinder  stehen auf dem Oese-Hof, wo nach vollbiologischen Grundsätzen gearbeitet wird. Etwa 20 davon sind Milchkühe. Und die liefern täglich ihr Quantum. Jedoch nur einen Teil davon nimmt die milchverarbeitende Industrie ab.

Naturprodukte im Trend

„Nunmehr besteht die Möglichkeit, die Rohmilch im Direktverkauf abzusetzen“,  freut sich Landwirt Karl Oese. Diese  muss allerdings vor dem Verzehr abgekocht werden. „Ansonsten handelt es sich um ein unbehandeltes, in regelmäßigen Abständen kontrolliertes Produkt mit all seinen wertvollen Inhaltsstoffen sowie einem Fettgehalt von mehr als 3,5 Prozent gegenüber der handelsüblichen Vollmilch. Also nicht wundern, wenn sich im Ruhezustand ein Sahnehäubchen bildet.“
Danny Oese ist gespannt, wie sich der Verkauf anlässt. Dabei setzt sie vor allem auf das zunehmende Interesse an Öko- und Naturprodukten.


Meistgelesen