Katrin Demczenko

Gemeinsam mehr Sicherheit schaffen

Hoyerswerda. Polizeirevier und Stadtverwaltung sorgen dafür, dass alle Menschen in Hoyerswerda sicher leben können. Wie gut die Mitarbeiter ihre Aufgabe bewältigen, zeigt die zweite Sicherheitsanalyse für die Stadt.

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Jörg Feldmann stellt, u.a. im Beisein des Revierleiters Tobias Hilbert, die Sicherheitsanalyse vor.

Jörg Feldmann stellt, u.a. im Beisein des Revierleiters Tobias Hilbert, die Sicherheitsanalyse vor.

Foto: K. Demczenko

Sie wurde 2020 vom Sächsischen Staatsministerium des Innern im Rahmen der Strategie »Allianz sichere sächsische Kommunen« beauftragt. Der Projektleiter der Analyse, Jörg Feldmann von der Berliner Firma Neue Köhler Management Gesellschaft mbH (NKMG), hat sie vergangene Woche im Alten Rathaus vorgestellt. Ausgewertet wurden Fachdaten der Polizei und der Kommune sowie eine repräsentative Bürgerumfrage zur gefühlten Sicherheit.

1.000 zufällig ausgewählte Bewohner der Kernstadt und aller Ortsteile hatten dazu im vergangenen Jahr einen umfangreichen Fragebogen erhalten, 463 schickten ihn ausgefüllt zurück, sagt Jörg Feldmann. Die Beteiligungsrate zeigt das Interesse der Bürger an dem Thema. Sie haben anonym Zusammenhänge zwischen ihrer Lebensqualität und ihrem Sicherheitsgefühl im Alltag erklärt.

 

Verwahrloste Ecken & schlechte Straßen

Über 91 Prozent geben an, gern und sehr gern in Hoyerswerda zu leben. Das bedeutet aber nicht, dass die Befragten mit dem Zustand der öffentlichen Räume in der Stadt zufrieden sind. Sie nehmen verwahrloste und vermüllte Ecken wahr, stören sich an Hundekot und an mit Graffitis beschmierten Wänden. Viele Straßen und Radwege seien in einem schlechten Zustand und die Verkehrsbelastung wird als hoch bis sehr hoch eingeschätzt.

Aus diesen Aussagen entwickeln die Teilnehmer Forderungen an die Stadtverwaltung. Jörg Feldmann erläutert, die Mitarbeiter sollen vor allem bauliche Maßnahmen durchführen und für mehr Sauberkeit sorgen. Dazu mahnen die Befragten eine erhöhte Präsenz des Ordnungsamtes und der Polizei an, die bestehende Vorschriften besser durchsetzen sollen.

Am Lausitzer Platz, Lipezker Platz und am Schulhof des Foucault-Gymnasiums nach Unterrichtsschluss fühlen sich viele Menschen unsicher, dort sind tatsächlich Kriminalitätsschwerpunkte, sagt der NKMG-Mitarbeiter. Trotz aller Probleme bescheinigen die Teilnehmer der Befragung der Polizei eine gute Arbeit, was keinesfalls selbstverständlich ist, sagt Jörg Feldmann.

 

Bürger sollen stärker miteinbezogen werden

Folgende Zahlen belegen aber eine Verbesserung. 53,1 Prozent der Hoyerswerdaer, vor allem Ältere, fühlen sich jetzt draußen im Dunklen nicht sicher. Bei der ersten Sicherheitsanalyse 1998 lag dieser Anteil bei 70,4 Prozent, obwohl die Stadtbevölkerung jünger war. 22 Prozent glauben heute, in den nächsten Monaten Opfer einer Straftat zu werden und etwa so viele waren es bereits. Vorwiegend wird Diebstahl genannt. 1998 waren 37 Prozent betroffen.

Ein hoher Anteil von 82,3 Prozent der Befragten bemerkt große oder eher große soziale Unterschiede. Das könnte darauf hindeuten, dass sich Menschen bei Entscheidungen der Stadtverwaltung nicht mitgenommen fühlen, erklärt Jörg Feldmann. Hier ist eine bessere Kommunikation erforderlich, die der bestehende kriminalpräventive Rat (KPR) leisten kann. Je mehr gesellschaftliche Kräfte dort mitwirken, desto sicherer wird die Stadt für alle.

Die Verkehrsunfallkommission Hoyerswerda soll sich an dem Prozess beteiligen und Bürgerpolizisten könnten auf der Stadtinternetseite vorgestellt werden, besagen aus der Sicherheitsanalyse entwickelte Handlungsempfehlungen. Wenn zum Beispiel in einem Park eine Laterne aufstellt wird, könnte der KPR auf einem Schild vermerken, dass das eine sicherheitsfördernde Maßnahme ist.

Bürger sollen sich an Workshops dieses Rates beteiligen und begreifen, dass Sicherheitsprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Deshalb will Torsten Ruban-Zeh am 27. Januar um 17 Uhr auf der Veranstaltung »Frag den Oberbürgermeister« in der Stadtbibliothek mit den Bürgern sprechen.

Damit sich die Lage am Lipezker Platz bessert, sollen die dort herumsitzenden Bewohner des Obdachlosenheims in einer Tagesbetreuung wieder eine Alltagsstruktur erlernen.


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