jas/pm/asl

Spatenstich für neue Gesamtschule

Kolkwitz. Der Landkreis Spree-Neiße lässt in Kolkwitz am Annahofer Graben eine neue Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe errichten. Am vergangenen Donnerstag erfolgte mit dem symbolischen Spatenstich der Baustart für das 40-Millionen-Projekt.

Der feierliche Spatenstich zum Baubeginn für die neue Gesamtschule Spree-Neiße ist auch für den Landrat etwas ganz Besonderes. Erstmalig kann im Kreisgebiet eine weiterführende Schule neu gebaut werden, an der verschiedene Abschlüsse erreicht werden können: die Mittlere Reife nach der 10. Klasse, die Fachhochschulreife nach der 12. Klasse und die Allgemeine Hochschulreife nach der 13. Klasse. Bisher gab es mit der Theodor-Fontane Gesamtschule in Cottbus nur an einer Schule in der näheren Region diese Möglichkeit.

Bereits am 10. April 2019 machte der Kreistag den Weg für den Bau der neuen Gesamtschule frei. Am 8. Januar dieses Jahres wurde die SEHW Architektur GmbH aus Berlin als Sieger des  Architekturwettbewerbs ermittelt. Seit dem 27. September liegt die offizielle Baugenehmigung vor. »Wir arbeiten seit anderthalb Jahren intensiv und mit Herzblut an diesem Projekt und sind sehr glücklich über diesen ersten, symbolischen Spatenstich«, so Sandra Scheffl, Projektleiterin von SEHW. Es werde keine klassische Flurschule sein, denn es werde viele vielfältig nutzbare Räume geben, erklärt sie die Besonderheiten bei der Bauplanung.

Zum Schuljahr 2023/24 sollen die ersten Schüler einziehen. Das Gebäude wird komplett barrierefrei, vollumfassend digital ausgestattet sein und Platz für etwa 650 Schülerinnen und Schüler bieten. 14 Unterrichtsräume im Erdgeschoss und weitere 35 im Obergeschoss soll es geben, dazu kommen u.a. eine große Küche sowie eine Lehrküche, eine Aula, eine Mensa, ein Therapieraum und mehrere Aufenthaltsflächen. Neben dem Schulgebäude entsteht auch eine moderne Dreifeld-Turnhalle und eine Außensportanlage. Ein Schulgarten mit einer Fläche von rund 397 Quadratmetern wird ebenfalls angelegt, genauso wie Fahrrad- und Motorradstellplätze sowie Zufahrten für Busse und Autos. Die ersten vier 7. Klassen werden schon 2022 eingeschult und vorübergehend für ein Jahr im Oberstufenzentrum II in Cottbus untergebracht.

Das Projekt bedeutet: »Zukunft, Leben und Bildung«. Kinder und Jugendliche sollen hier in der Region
gebunden werden. Fürs Angebot von Arbeitsgemeinschaften nach dem regulären Unterricht will die Schule eng mit regionalen Handwerksbetreiben zusammenarbeiten. Landrat Harald Altekrüger: »Gerade in Zeiten des Strukturwandels hat die Investition in die Bildung eine große Bedeutung, damit unsere jungen Menschen hier gut lernen können und später die Perspektive haben, gute Ausbildungs- und Arbeitsplätze in der Region zu finden.« Mit Blick auf die geplanten Großprojekte in den kommenden Jahren in Cottbus werden die beruflichen und universitären Angebote nach der verpflichtenden Schulzeit in der Region zunehmen, ist sich der Landrat sicher. Drebkau, Kolkwitz, Neuhausen/Spree,  aber auch Cottbus sollen das Einzugsgebiet dieser neuen Gesamtschule sein. »Wir investieren in unsere Jugend und wollen damit auch ein Zeichen für die Zukunft in der Region setzen«, so der Kreistagsvorsitzende Dr. Torsten Schüler. Der Bürgermeister der Gemeinde Kolkwitz, Karsten Schreiber, meint: »Die Investition in unsere Kinder sollte uns jeden Cent wert sein. Bei diesem tollen Projekt möchte man am liebsten selber nochmal Schüler sein.«

Einen ersten visuellen Eindruck zur künftigen Gesamtschule Spree-Neiße gibt es auf YouTube.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.