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»Pusteblume«: Grundstein ist gelegt

Burg (Spreewald). Das Johanniter-Kinderhaus »Pusteblume« in Burg wächst in die Höhe. Jetzt gab es die Grundsteinlegung.

Nach dem Spatenstich am 14. September wurde damit ein weiterer wichtiger Schritt vollzogen. »Es ist schon was zu sehen. Das ist beachtlich. Wir freuen uns wahnsinnig«, sagt Andreas Berger-Winkler, Johanniter Regionalvorstand. Er spricht von einem einmaligen Haus mit einer einzigartigen Kombination aus Kinderhospiz und einer Wohngemeinschaft für Kinder mit hohem medizinischen Betreuungsbedarf. Große Unterstützung erfahren die Südbrandenburger Johanniter aus der Bevölkerung.

»Danke an alle Förderer, Spender und Unterstützer. Für unser Projekt sind bereits 1,4 Millionen Euro an Privatspenden eingegangen. Zudem haben wir 1,5 Millionen Euro an Stiftungsgeldern erhalten«, berichtet Berger-Winkler und fügt an, dass es leider keine Fördermittel aus öffentlicher Hand für das Projekt gibt.

»Alle unsere Anfragen sind ins Negative verlaufen. Das tut ein bisschen weh. Daher wünschen wir uns einfach mehr Unterstützung aus der Politik.« Im Nachbarland Sachsen etwa beteilige sich aktuell der Freistaat an der Finanzierung für eine stationäre Einrichtung für Erwachsene.

Im Musiker Alexander Knappe hat das Projekt der Johanniter einen neuen Unterstützer gefunden. Er sorgte während der Grundsteinlegung nicht nur für den musikalischen Rahmen, sondern will sich aktiv für das Kinderhaus engagieren. »Das Kinderhaus ist eine wundervolle Idee. Vor zwei Jahren habe ich angefangen, auf meiner Tour Geld für das Kinderhospiz in Hamburg zu sammeln. Auf meiner nächsten Tour  - ab dem 21. November - wollen wir auch wieder sammeln und diesmal den Hut für das Kinderhaus herumgehen lassen.«, Er selbst habe erlebt, wie seine Oma vor einem Jahr in einem Hospiz von der Familie gegangen ist.

Das Projekt unterstützt haben auch Schüler des Hoyerswerdaer Foucault-Gymnasiums mit einem Spendenlauf. Er fand innerhalb des Projektes »GenialSozial« statt. Mit dem Geld soll ein Beitrag zur Finanzierung der Ausstattung geleistet werden. Im Rahmen dieses Projektes konnten fast 600 Euro bereitgestellt werden, weiteres Geld sollte mit dem Spendenlauf dazu kommen. Unter Federführung eines Schülers der 10d, welcher den Lauf organisierte, konnte nun verkündet werden, dass sich die Summe von 600 Euro um rund 1400 Euro durch den Lauf erhöht.

Menschen aufrichten und ihnen Kraft geben

Wie David Kreuziger, Johanniter Landesvorstand, informiert, braucht das Projekt weiterhin Unterstützung: »Es muss über die Region hinaus bekannt werden und es muss in Deutschland selbstverständlich sein, dass es solche Einrichtungen gibt und dass sie unterstützt werden - und das nicht nur in Sachsen, sondern auch in Brandenburg.«

Mit Hoffnung und Freude begleitet die evangelische Kirchengemeinde Burg das Projekt Kinderhaus »Pusteblume«, sagt Pfarrer Michael Heimann. Gemeinsam mit Markus Herrbruck, Johanniter Regionalverbandspfarrer, brachte er mit einer Andacht christliche Impulse in die Feier der Grundsteinlegung.

»Ich wünsche mir für dieses Haus, dass die, die die Kranken tragen, nicht nur professionell ihr Handwerk, sondern auch viel von dem Geist Jesu verstehen, sie Menschen ansehen und aufrichten. Nur dann macht dieses Haus Sinn. Denn wer in einem anderen Menschen den Geist Jesu weckt, Vertrauen weckt, richtet ihn auf, macht ihn ein Stück heil.« Das Kinderhaus soll Menschen ein Ort der Hoffnung, Kraft und Zuversicht werden, ergänzt Michael Heimann.

Wie Wolf-Ingo Kunze, Generalsekretär des Johanniterordens, sagt, sind hier Menschen am Werk, die von der Projekt-Idee beseelt sind. »Ihre Begeisterung war ansteckend, sonst gäbe es heute keine Grundsteinlegung«, erzählt er und fügt an, dass so ein Projekt zwar jeder wirtschaftlichen Vernunft widerspricht, es aber hinsichtlich menschlicher und christlicher Vernunft genau das richtige Projekt für die Johanniter ist.

Spenden: Ein Stein, der bleibt

Wie Johanniterin Anja Schwinghoff berichtet, gibt es jetzt eine neue Spendenaktion. »Es ist eine ganz besondere Aktion und trägt den Namen ’Spendenstein‘. Er wird ganz individuell mit dem Spendernamen geprägt und jeder kann sich daran beteiligen, so einen Stein für unser Haus zu stiften. So individuell unsere Spender sind, so individuell sind auch unsere Steine in verschiedenen Formaten«, erklärt sie und fügt an, dass es drei Varianten gibt - ein Spendenstein für 500 Euro, für 1000 Euro und für 5000 Euro. Die Steine sollen dann in einer Mauer verbaut werden, die am Weg zum Kinderhaus liegt.

Einen ganz besonderen Stein hat Kinderhaus-Schirmherrin Elke Gräfin von Pückler aus den Händen von Andreas Berger-Winkler erhalten. »Wir haben durch sie eine sehr große Unterstützung erfahren - und das ist einzigartig. Wir sind glücklich, dass wir sie haben. Deshalb möchten wir ihr heute den ersten Stein übergeben«, sagt Berger-Winkler.

Das Kinderhaus »Pusteblume«:

• In Burg entsteht Brandenburgs erstes Kinderhaus mit Hospiz und Wohngruppe.
• Das stationäre Hospiz bietet 12 Plätze, die ambulant betreute Wohngruppe verfügt über acht Plätze.
• Die Eröffnung des Projekts mit Gesamtinvestitionskosten von rund 7,5 Millionen Euro ist für 2020 geplant.

Im Internet:

• Ein kurzes Video zur Grundsteinlegung auf der WochenKurier-Facebookseite.

Johanniter-Kinderhaus »Pusteblume«.

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