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Bauern fordern ein Miteinander

Spremberg. Ob Niedrigpreis, langanhaltende Trockenperioden oder das Agrarprogramm der Bundesregierung – Landwirte stehen zunehmend vor großen Herausforderungen. Das stinkt ihnen, deshalb machten sie ihrem Ärger nun erneut Luft.

So folgten in der vergangenen Woche abermals Tausende Landwirte aus dem gesamten Bundesgebiet dem Aufruf der Initiative »Land schafft Verbindung«, die zum Protest aufgerufen hatte, um ein deutliches Zeichen zu setzen. Der sogenannten Trecker-Demo in Berlin, dem wohl größten Bauern-Protest seit Jahrzehnten, haben sich auch drei Mitarbeiter der ProVeLa GmbH aus Türkendorf angeschlossen. Der Geschäftsführer der ProVeLa GmbH Türkendorf, Dietmar Kalz, berichtet im Wochenkurier- Interview von den Schwierigkeiten der Bauern und Landwirte.

Herr Kalz, schon vor Kurzem gab es Demos und stille Proteste der Bauern. Was konkret sind die Auslöser dafür?

 Den Bauern geht es vor allem um mehr Mitspracherecht in Sachen Agrarpakt, bei den politischen Vorgaben zur Umwelt- und Klimapolitik sowie zum Tierschutz. Es heißt immer nur, der Bauer sei schuld. Wir werden an den Pranger gestellt und als Tierquäler und Umweltsünder bezeichnet. Als die, die Gülle rausfahren, und das Grundwasser verseuchen.

Was haben Sie dem entgegenzusetzen?

Wir Bauern leben mit und von der Natur und fühlen uns verantwortlich für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Wir sind nicht gegen Bienen oder gegen Umwelt und Natur, denn wir können nur unseren Lebensunterhalt mit der Natur zusammen verdienen. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben.

Womit sind Landwirte unzufrieden und womit haben sie zu kämpfen?

Neben Dauernässe oder Hitzeperioden, die beiden Extremen, die für uns Landwirte ein großes Problem darstellen, haben wir zudem so strenge Auflagen, wie beispielsweise die verschärften Düngeregeln. Aber was uns am meisten ärgert, sind die Billigpreise für Fleisch, Milch und andere Erzeugnisse. Da muss seitens der Politik dringend etwas getan werden. Die Landwirtschaft ist mittlerweile so unter Druck gesetzt worden, sodass dadurch Betriebe nur noch schwer bis gar keine Nachfolger mehr finden. Denn durch diese aktuell schlechten Rahmenbedingungen ist diese Branche für die jüngere Generation schlichtweg nicht mehr attraktiv. Vielleicht ändert sich das in einigen Jahren nochmal, wenn die Menschen eventuell wieder vermehrt darauf achten, was sie essen und woher es kommt. Damit würde auch schon der Klimaschutz anfangen.

Wo sehen Sie Ansätze für verbesserte Bedingungen in der Landwirtschaft?

Welche Weichen müssten dafür gestellt werden? Verbraucher sollten regional einkaufen und nicht Lebensmittel, die dreimal und obendrein noch in Plastik verpackt sowie zusätzlich chemisch behandelt um die Welt geflogen sind. Und wer auf das Tierwohl pocht, der sollte auch bereit sein, mehr dafür zu bezahlen. Schließlich bestimmt die Nachfrage das Angebot. Und natürlich brauchen wir dabei die Unterstützung der Politik.

»Land schafft Verbindung«

Zehntausende Menschen, die u.a. in der Landwirtschaft auf großen und kleinen Höfen, konventionell oder auch ökologisch arbeiten, haben sich in einer deutschlandweiten Initiative von Landwirten zusammengeschlossen. Sie machen sich dafür stark, dass Höfe und Betriebe eine Zukunft haben und ländliche Räume liebens- und lebenswert bleiben.

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