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Schnellere Hilfe dank Retter-App

Cottbus. Als erste der fünf Regionalleitstellen in Brandenburg nutzt die Regionalleitstelle Cottbus künftig die »KATRetter-App«. Ersthelfende können damit schneller über Notfälle in ihrer unmittelbaren Umgebung alarmiert werden.

Im Notfall zählt jede Minute. Doch bis die Rettungskräfte beim Hilfebedürftigen eintreffen, vergeht kostbare Zeit – typischerweise zwischen acht und 15 Minuten. Freiwillige Ersthelfer könnten oft schneller vor Ort sein und lebensverlängernde Maßnahmen durchführen. Und damit das auch klappt, setzt die Rettungsleitstelle Lausitz ab sofort die App »KATRetter« ein – als erste der fünf Regionalleitstellen in Brandenburg. Diese App alarmiert Freiwillige in der Nähe des Einsatzortes und führt sie schnell zum Opfer.Jetzt hat die Rettungsleitstelle das System vorgestellt.

Wie funktioniert das »KATRetter«-System?

Geeignete Freiwillige können sich per App registrieren lassen. Kommt es dann zu einem Notfall, ortet das System automatisch alle Teilnehmer in einem bestimmten Umkreis und informiert sie. Freiwillige können sich dann als Helfer für diesen Fall melden. Idealerweise teilen sich drei Ersthelfer die Aufgaben. Die Rettungsleitstelle führt die Helfer telefonisch durch den Prozess und leitet sie beispielsweise an, eine fachgerechte Herzdruckmassage durchzuführen. So kann den Patienten schnell geholfen werden, noch bevor der Rettungswagen angekommen ist. Das rettet Leben, gerade bei den rund 50 000 Menschen, die pro Jahr außerhalb des Krankenhauses einen Herzstillstand erleiden. Ingolf Zellmann, Chef der Leitstelle Lausitz, erklärte, eine Herzdruckmassage könne »bei einem Drittel bis zu zwei Dritteln der Betroffenen die Überlebenschancen deutlich erhöhen und auch Folgeschäden deutlich minimieren.«

»Die App hilft dabei, schnell Hilfe zu leisten und auch qualitativ hochwertige und richtige Hilfe zu leisten«, erläuterte Innenstaatssekretär Uwe Schüler (CDU). Daher fördert das Land Brandenburg das »KATRetter« und seine Einführung in den regionalen Leitstellen. »Insgesamt kostet das Projekt rund 166 000 Euro«, sagt Schüler. Die Stadt Berlin hat die App bereits erprobt und berichtet von sehr positiven Erfahrungen. Die Länder entwickelten »KATRetter« zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und der CombiRisk GmbH.

Weitere Neuigkeit: »Karte für Hilfeleistende«

Auch ein zweites Projekt wurde am Montag präsentiert: Die »Karte für Hilfeleistende«. So eine Karte soll künftig allen Ersthelfern in die Hand gedrückt werden. Sie bündelt alle wichtigen Angaben, darunter die Kontaktdaten der Unfallkasse Brandenburg und ein Feld, in dem die Polizei oder Feuerwehr die Einsatznummer vermerken kann. Falls ein Hilfeleistender bei der Rettungssituation selbst gesundheitliche oder materielle Schäden erleidet, macht die Karte es leichter, Entschädigungsleistungen bei der Unfallkasse Brandenburg abzurufen.

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