Verena Farrar

Beste Idee lebt von Moderne und Tradition

Meißen. Graffiti-Künstler Frank Schäfer entwirft wachsenden Porzellanbaum als Brückenpylon für Meißen.

Der Gewinner des Gestaltungswettbewerbes „Kunst im öffentlichen Raum“ steht fest: Frank Schäfers Entwurf für einen Brückenpylon überzeugt die Jury.

Zur weiteren Aufwertung der Stadt mit interessanten Kunstprojekten rief das Stadtmarketing Meißen im Sommer den Gestaltungswettbewerb „Kunst im öffentlichen Raum“ ins Leben. Unterstützt wurde das Vorhaben von der SEEG Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungsgesellschaft Meißen mbH, der Meißener Stadtwerke GmbH und der Volks- und Raiffeisenbank Meißen Großenhain eG. Nun steht der Gewinner fest! Ziel des nun jährlich stattfindenden Wettbewerbes ist es, Kunstwerke unterschiedlicher Art an exponierten Orten im Meißner Stadtgebiet dauerhaft zu installieren. „Damit wollen wir neue attraktive Blickpunkte schaffen, die die stilistische Vielfalt der traditionsreichen Kunst- und Kulturstadt Meißen auch an öffentlichen Plätzen widerspiegelt“, sagt Stadtmarketingchef Christian Friedel.

In diesem Jahr rief die Stadt Kunstschaffende dazu auf, ihre Ideen zur Gestaltung des Pylons am Kopf der Altstadtbrücke einzureichen (wir berichteten). Dabei war es den Künstlern freigestellt, die Fläche klassisch oder abstrakt zu bemalen, zu beschichten, zu verkleiden, effektvoll zu illuminieren, mit unterschiedlichen Materialien zu bekleben oder auf ganz andere Art in Szene zu setzen. Am Ende lagen der Jury 19 Gestaltungsideen vor. „Das Spektrum der künstlerischen Entwürfe reichte vom Verzieren des Pylons mit Fliesen und Kacheln sowie der Gestaltung mit überlebensgroßen Plastiken bis hin zu einer kompletten Begrünung des Pylons. Auch die Idee, Fototafeln anzubringen, die Meißner Alltagsszenen festhalten, war unter den eingebrachten Vorschlägen“, so Christian Friedel. Die Jurymitglieder – unter ihnen Oberbürgermeister Olaf Raschke, Stadtmarketingverantwortlicher Christian Friedel, Sponsoren, Architekten, Kunstschaffende und Meißner Bürger – hatten in einer Vorauswahl zunächst die sechs besten Beiträge prämiert. Die jeweiligen Künstler wurden gebeten, ihre Projektskizzen zu präzisieren und mit Hilfe von Collagen, Zeichnungen, kleinen Modellen, Materialproben etc. genauer zu beschreiben. In einer zweiten Jurysitzung wurde nun der aus Döbeln kommende Graffiti-Künstler Frank Schäfer zum Gewinner des diesjährigen Wettbewerbes gewählt. Seine Gestaltungsidee überzeugte, da sie eine Mischung aus moderner Graffiti- und traditioneller Porzellankunst darstellt und zudem perfekt zum diesjährigen Motto „All das ist Meißen – Tradition und Moderne“ passt. Frank Schäfers Gestaltungsidee sieht vor, einen „Porzellanbaum“ optisch aus dem Pylon herauswachsen zu lassen. Dieser soll den grauen Beton „sprengen“ und damit den dynamischen Aufbruch in Meißen symbolisieren. Vögel aus Porzellan zieren den Baum und korrespondieren plastisch mit der flächig aufgetragenen modernen Sprühtechnik. Der in Blau-, Weiß und Grüntönen gestaltete Pylon soll optisch mit dem Himmel verschmelzen und die klobige Gestalt des Pylons auflockern. Die Sponsoren des Wettbewerbs stellen dem Gewinner 5.500 Euro zur Verfügung, um seine Idee zu verwirklichen.

Die Realisierung ist für das Frühjahr 2017 vorgesehen. Eine Auswahl der 19 eingereichten Gestaltungsideen wird nach dem Meißner Wintermarktes ab 9. Januar in der Stadtbibliothek ausgestellt.

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