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Ein Sommer ohne Jahnbad

Weißwasser. Das Jahnbad wird in diesem Jahr voraussichtlich nicht für den Badebetrieb geöffnet. Einige Veranstaltungen sollen aber stattfinden.

Veranstaltungen ja, regulärer Badebetrieb nein. So wird die Lage im Jahnbad in diesem Jahr voraussichtlich aussehen.  „Wir hatten das Ziel, im Sommer zu öffnen“, sagt Weißwassers Oberbürgermeister Torsten Pötzsch. Aber nachdem man sich die Lage angesehen habe, sei man in der Stadtverwaltung zu der Auffassung gekommen, dass das wohl nicht klappen wird. Lediglich für Veranstaltungen soll das Jahnbad zeitweise nutzbar sein. „Wir schauen gerade, welche Veranstaltungen wir realisieren können“, so Pötzsch. Schlagernacht und Volleyballturnier könnten beispielweise eventuell im Bad stattfinden.

Grund für die voraussichtliche Schließung ist die Sanierung des Bades. Die braucht mehr Zeit als gedacht. Da die Arbeiten aber aus Mitteln aus dem EU-Regionalfonds (EFRE) finanziert werden, lassen sie sich nicht verschieben. „Die Förderperiode schließt 2020. Bis Ende des Jahres muss also alles abgerechnet sein“, erklärt der OB. Durch die Bauarbeiten kann aber die Sicherheit nicht gewährleistet werden. Schließlich wird nicht nur an den Gebäuden gearbeitet, sondern beispielsweise auch der Steg abgerissen. Und das dürfte nicht einfach werden. Denn der Steg steht auf Pfeilern, die tief in den Boden reichen. „Vielleicht finden wir noch einen Kompromiss und können zumindest eine kleine Stelle für den Badebetrieb öffnen“, sagt Pötzsch. Sehr wahrscheinlich sei das aber nicht, räumt er ein.

DLRG als Betreiber?

Wann gebaut wird, ist noch gar nicht klar, weil die Aufträge für Abriss und Bau noch nicht vergeben sind. Das soll aber schnellstmöglich passieren. In Sachen Betreibung gibt es laut Oberbürgermeister Torsten Pötzsch dagegen erste gute Nachrichten. Ein Betreiber ist zwar noch nicht endgültig gefunden, von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gebe es aber „positive Signale“. Und auch das Soziokulturelle Zentrum Telux wolle sich bei der Betreibung einbringen. Wie genau das aussehen könnte, muss aber noch geklärt werden. Der Verein hatte das Bad drei Jahre betrieben, die Betreibung dann aber abgegeben, auch weil es von der Förderstelle „Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien“ hieß, die dem SKZ zugesprochenen Fördermittel seien für die Förderung der Kultur in Weißwasser gedacht, nicht für die Betreibung eines Freibads.

Auch in Sachen Finanzierung laufen Gespräche. In dem Fall mit der Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser.  Die hatte vor zwei Jahren die Gewinnausschüttung an die Stadt erhöht, dass Geld floss in die Betreibung des Bades. Das soll nach Möglichkeit auch in den kommenden Jahren so gemacht werden. Die Möglichkeit, aus dem Jahnbad eine offene Badestelle zu machen, war in der Vergangenheit diskutiert worden. Dazu der Oberbürgermeister: „Mein Ziel ist es, dass das Jahnbad ein Bad bleibt und nicht zu einer offenen Badestelle wird.“ So sehen es auch die meisten Weißwasseraner. So sprach sich bei einer Einwohnerversammlung 2018 schon eine Mehrheit für den Erhalt des Traditionsbades aus.

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