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Zimmis Einwurf – Inszenierungen bringen gar nichts

Sonnabendabend kurz vor 10 in Deutschland. Götterdämmerung ist ausgebrochen. Die Elitekicker stehen vor dem Abgrund. Eine letzte Aktion. Freistoß. Den dreht der Greifswalder Tony Kroos hinten ins lange Eck. Deutschland rastet aus. Und Kroos startet seine gnadenlose Abrechnung.
Er sagt, dass es relativ viele Leute gefreut hätte, wenn Deutschland aus dem Turnier geflogen wäre. Doch so einfach würden es die Spieler denen nicht machen. Einer, der gerade die Champions League mit Real Madrid gewonnen hätte, war beleidigt. Er teilte aus. Gleichzeitig tickten zwei DFB-Funktionäre aus und tanzten vor der schwedischen Bank herum. Der eine ist Büroleiter, kümmert sich um die Flüge und um die Hotelzimmer. Der andere ist für die Mediendarstellung verantwortlich. Ausgerechnet  die feinen Leute vom DFB. Ja, wie blank lagen denn die Nerven im deutschen Tross. Und Joachim Löw joggte und joggte und machte Selfies mit den flanierenden Urlaubern auf der Krim. Immer und immer wieder.  Der Eindruck einer heilen Welt. Jeden Morgen standen die Kameras an der Strandpromenade, jeden Morgen turnte Löw vorbei. Eine Inszenierung!
Sekunden vor dem Traumfreistoß von Kroos steckte Löw sein Glücksbringerkettchen in die Hosentasche. Für ihn war es vorbei. Er hatte nicht Artikel 1 seit 1954 gelesen. Immer wenn nichts geht, kommt Deutschland als Turniermannschaft. Es war der letzte Strohhalm.

Ihr Gert Zimmermann

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