André Schramm

Studenten bangen um ihr Wohnheim

Dresden. Viel Grün, einen tollen Ausblick und vor allem Ruhe: Die Forststudenten der TU Dresden wohnen ganz gut, um sich auf ihr Studium zu konzentrieren. Gestört wird die Idylle auf der Weißiger Höhe allerdings durch Gerüchte. Wird das unrentable Wohnheim in Tharandt bald verkauft?

 Ein Trampelpfad führt den Berg hinauf. »Der Kamikazeweg«, lacht Student Patrick Siemokat. Der Grat verbindet mehr oder weniger die Fakultät »Forstwissenschaften« im Tal mit dem Wohnheim »Öko« auf dem Berg, einem imposanten Bau aus den 50ern. Wer sich sputet, schafft die Strecke in 15 Minuten. Alle anderen nehmen die Serpentinenstraße. ÖPNV gibt´s hier nicht, Handynetz ebenso wenig.
Das Zuhause von knapp 40 Studenten offenbart aus der Nähe deutliche Gebrauchsspuren. Rote Ziegel schimmern durch den Putz, Fenster und Türen sind verschlissen, die Freiluft-Kegelbahn längst zugewuchert. Nur das leuchtend rote Dach passt irgendwie nicht dazu. »Es musste vor Jahren erneuert werden, weil es reingeregnet hatte«, weiß Siemokat.
Drinnen führen lange Gänge zu den Zimmern, manchmal sind alte Verzierungen zu sehen. An einigen Stellen bröckelt es, Kabel gehen ins Nichts. Im Schein der chronisch unterdimensionierten Beleuchtung steht ein alter Tisch. Wer hier was liegen lässt, ist es los. Beständigkeit hat nur der mintgrüne Anstrich, der die Bewohner auf Schritt und Tritt im Haus verfolgt. Dass es den Studenten trotzdem oder gerade deshalb hier so gut gefällt, klingt etwas kurios.

»Eigentlich alles da, was Student so braucht«

»Ich hab auch geschluckt, als ich das erste Mal das Wohnheim betrat«, sagt Siemokat. Seine Skepsis sei aber nach wenigen Tagen verflogen.   So gehe es vielen. »Gemeinschaftsküche, Wäschekeller, Fitnessraum, WLAN – es ist alles da, was man braucht«, schiebt Kommilitone Jan Thüne hinterher. Sogar einen hauseigenen Studentenklub gibt es – benannt nach dem Gründer der bedeutenden Tharandter Forstakademie anno 1816. Etwa 180 Euro kostet das Einzelzimmer im Monat.
Ein Teil des Gebäudes ist abgeriegelt und dient seit Jahren als Archiv. Dass genau dort in den letzten Monaten ausgeräumt wurde, ist den Studenten nicht entgangen, die Inserate auf Immobilienplattformen im Internet ebenso wenig. Für 200.000 Euro stand das Objekt zuletzt zum Verkauf. Dann wurde auch das Möbellager vom Hausmeister leergeräumt. »Wir wissen nichts. Unsere Anfragen werden vom Studentenwerk ignoriert«, ärgert sich Student Jan Thüne aus Rostock.   

»Verkauf soll noch dieses Jahr erfolgen«

Das Studentenwerk Dresden verweist in der Angelegenheit auf den »Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen« (ZFM), den Eigentümer. Dieser hatte die Immobilie im Herbst 2017 auf der Gewerbeimmobilienmesse EXPO Real in München angeboten. Inzwischen, so teilte die Behörde mit, sei das Ausschreibungsverfahren weit fortgeschritten. Man habe mit in Frage kommenden Kaufinteressenten bereits Gespräche geführt und will zeitnah eine Verkaufsentscheidung treffen, heißt es. Die Abgabe des Wohnheims auf der Weißiger Höhe in Tharandt ist in der durch den Verwaltungsrat beschlossenen Wohnheimkonzeption schon seit Jahren vorgesehen. Grund: das Haus ist stark sanierungsbedürftig und wirtschaftet defizitär. Zudem entsprechen die Vermietungsbedingungen nicht den Qualitätsansprüchen. 

»Die erforderliche Sanierung müsste mangels öffentlicher Förderung allein aus Eigenmitteln des Studentenwerks Dresden finanziert werden. Angesichts der wenigen Wohnheimplätze wären diese nicht mehr zu sozialverträglichen Mieten vermietbar, so dass das Studentenwerk Dresden damit seinen gesetzlichen Auftrag nicht mehr erfüllen könnte«, erklärt Dieter W. Ruf, stell. Geschäftsführer des Staatsbetriebs ZFM. Laut Studentenwerk Dresden sei die Nachfrage für das Tharandter Wohnheim ohnehin rückläufig und genügend Kapazitäten andernorts verfügbar.  Schon jetzt wohnen etliche Tharandter Forststudenten in Dresdner Wohnheimen. Der Verkauf soll dem Vernehmen nach noch 2018 über die Bühne gehen.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Luisenhof: Weiterer Gastraum entsteht

Dresden. Das Restaurant im Luisenhof Dresden erweitert das Angebot für seine Gäste. Angeschlossen an den Panoramaraum entstehen derzeit weitere 66 Sitzplätze. Die Betreiber Carsten Rühle und Carolin Rühle-Marten hoffen, den neuen Raum ab Ende Juli/Anfang August 2019 ihren Gästen anbieten zu können.  „Wir haben festgestellt, dass uns manchmal eine „Zwischengröße“ fehlt. Für einige Reservierungen ist der Panoramaraum zu groß und der Gesellschaftsraum zu klein. Deshalb fiel gemeinsam mit dem Eigentümer die Entscheidung, das Restaurant auszubauen“, sagt Carsten Rühle, der damit weitere 50.000 Euro in den Luisenhof investiert.  Der Entwurf zur Gestaltung stammt erneut von O+M Architekten aus Dresden. Der neue Gastraum wird demnach im selben Stil eingerichtet wie das im März 2018 nach fast dreijähriger Schließzeit wiedereröffnete Restaurant, bekommt aber als einziger Raum einen gemütlichen Kamin. Der Zugang erfolgt ebenerdig über die mittig im Objekt liegende Lounge. Dafür wird ein Teil der sogenannten Empore entfernt, ein Wanddurchbruch gemacht und eine weitere Glastür eingesetzt  Damit wird der neue Raum ebenfalls separat nutz- und buchbar sein, beispielsweise für Reisegruppen, mittelgroße Familienfeiern oder auch für Tagungen, Seminare, Workshops und Business-Meetings. Infos/Reservierungen: 0351/28777830 oder reservierung@luisenhof-in-dresden.deDas Restaurant im Luisenhof Dresden erweitert das Angebot für seine Gäste. Angeschlossen an den Panoramaraum entstehen derzeit weitere 66 Sitzplätze. Die Betreiber Carsten Rühle und Carolin Rühle-Marten hoffen, den neuen Raum ab Ende Juli/Anfang…

weiterlesen