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Sarrasani darf Zelt nicht am Elbufer aufbauen

Dresden. Pleiten, Pech und Pannen: Am 5. Oktober begann André Sarrasani mit dem Aufbau seines Trocadero-Zeltes am Elbufer. Am 9. Oktober verfügte die Stadt einen Baustopp, jetzt heißt es aus dem Bauamt: Der Standort ist nicht genehmigungsfähig.

Jetzt ist es amtlich: André Sarrasani darf sein großes Zirkuszelt sowie zwei weitere Zelte mit Containern nicht auf der Wiese vor dem Congress Center aufstellen. Für beides sei  "eine Baugenehmigung notwendig. Diese wurde nicht beantragt. Sie kann auch nicht erteilt werden", heißt es aus dem Bauamt. 

Begründung beim heutigen "Krisengipfel" aller Beteiligten in der Bauaufsicht: "Die Zelte und Container widersprechen in mehrfacher Hinsicht geltendem Recht: Für den Standort gibt es den rechtskräftigen Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 602. Festgesetzt sind ein Kongresszentrum mit Kongresssälen, Konferenz- und Sitzungsräumen sowie ein Hotel. Für den Standort der Zelte ist eine Grünfläche ausgewiesen."

Heißt übersetzt: Wiese bleibt Wiese und sonst nichts.

Zudem liege das Vorhaben vollständig im festgesetzten Überschwemmungsgebiet. Sarrasani müsste  nachweisen, dass er das Grundstück bei einer Überschwemmungsgefahr vollständig beräumt haben wird.

Bemängelt wird außerdem, dass bestimte Abstände nicht eingehalten werden. So sei das Foyer- und das Backstage-Zelt mit Containern im Abstand von nur 2,30 Metern zu den Brückenpfeilern der Marienbrücke aufgestellt gewesen. "Die Achse der Verankerungen liegt zudem genau auf der Achse der Sammelleitung der Brückenentwässerung. Der Mindestabstand für die Zugänglichkeit zur Brücke im Falle einer Prüfung oder Reparatur, ferner bei Unfällen am Geländer mit Schäden an der Brücke ist nicht eingehalten", kritisiert die Behörde

Und zu guter Letzt gibt es noch Bedenken wegen des Brandschutzes. Ein Brandüberschlag von  Zelten und Containern wäre bei entsprechender Windrichtung ein ernstes Problem. "Würden die Zelte und Container aus Brandschutzgründen um notwendige fünf Meter verschoben, würde dies eine Verschiebung des gesamten Ensembles in Richtung Uferböschung bedeuten." Dies wiederum kann aus Hochwasserschutzgründen nicht gestattet werden. 

Was nun?

André Sarrasani ging bisher davon aus, dass er keine Baugenehmigung für sein Trocadero-Zelt braucht, weil die Nutzung weniger als drei Monate dauert. Seine Dinnershow war für die Zeit vom 20. November bis 7. Februar 2021 geplant und damit stünden die Zelte als genehmigungslose "fliegende Bauten" eigentlich legal auf der Wiese. Deshalb reichte er am 2. Oktober eine "Bauanzeige" bei der Stadt ein. Weil er aber am 5. Oktober mit dem Aufbau begann, sieht das Bauamt eine Überschreitung der Drei-Monats-Frist und geht schon allein deshalb von einer Genehigungspflicht aus.

Wo das Trocadero nun stehen wird und ob die kommende Saison noch zu retten ist, dazu hat sich die Sarrasani Entertainment GmbH noch nicht geäußert.

 

 

 

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Kommentar von Familie Peter Schindler
Werter Herr Andre Sarrasani ! Wir sind sehr enttäuscht über den Baustop !! Bitte kommen Sie mit Ihrem Zelt und der Dinnershow " Showtime " nach LEIPZIG !!!! Wenn es Ihnen auch schwerfällt ! Aber ich bin sicher , Leipzig empfängt Sie mit offenen Armen , und findet einen geeigneten Platz !!