Carola Pönisch

Preis aus Indiana, Anruf aus Griechenland

Dresden. Torsten Kulke, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft Historischer Neumarkt, ist der erste Europäer, der mit dem Henry Hope Reed Award geehrt wird

Glückwunsch, Herr Kulke, zu dieser Auszeichnung. Wie fühlt sich das an?

Gigantisch, ich war wirklich sehr überrascht und freue mich natürlich riesig. Den Preis vergibt die Universität Notre Dame im Bundesstaat Indiana seit etwa zehn Jahren und es ist das erste Mal, dass sie nach Europa vergeben wird.

Wie haben Sie davon erfahren?

Anfang Januar rief der Dekan der Universität an, er war gerade in Griechenland. Er stellte sich kurz vor und erklärte mir, dass ich der diesjährige Preisträger bin. Das muss man dann erst mal sacken lassen.

Sie werden die Auszeichnung in Chicago erhalten?

Ja, die Veranstaltung findet am 24. März in Chicago statt. Ich werde zwei Tage vorher hinfliegen, gemeinsam mit meiner Frau.

Was bedeutet Ihnen diese Ehrung?

Sehr, sehr viel. Aber: Zwar bekomme ich diesen Award, doch er steht in erster Linie für das Wirken der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden. Der Preis ist eine Bestätigung unserer Arbeit trotz heftigen Gegenwindes, der bis heute anhält. Zum erfolgreichen Wiederaufbau des Neumarkts haben viele Menschen beigetragen: Ehemalige und derzeitige Vorstände, viele aktive Mitglieder, viele Spender und nicht zuletzt meine Familie, meine Frau.

Warum vor allem sie?

Ich engagiere mich seit fast genau 19 Jahren in der GHND, und zwar ehrenamtlich, so wie alle Mitstreiter bei uns. Ich habe in dieser Zeit ein zweites Studium absolviert und arbeite als Freiberufler, also selbstständig. Einen Großteil meiner Zeit nimmt die unbezahlte Arbeit in der Gesellschaft ein. Das muss eine Familie auch wirklich mittragen.

Was ist das Besondere am Henry Hope Reed Award?

Der Preis geht ausdrücklich an Nicht-Architekten, die – ich zitiere – »die hohe Ideale der traditionellen und klassischen Architektur in der heutigen Gesellschaft aufrecht erhalten«, sich also um die Kunst der Erhaltung eines traditionellen Stadtbilds bemühen.

Dass der Neumarkt so aussieht wie heute war von Anfang an nicht klar?

Nein. überhaupt nicht. Das erste wiederaufgebaute Gebäude war der Funktionsanbau an das Coselpalais, das sogenannte Neue Palais. Wäre es nach dem Willen einiger Fachleute aus der Denkmalpflege und Architektenschaft gegangen, gäbe es heute nur 15 Leitbauten mit historischer Fassade, die restlichen 115 Parzellen wären mit modernen Bauten bestückt worden. Dann gäbe es heute das neue Gewandhaus als maßstabslosen Großbau im Herzen dieses Areals. Heftige Bürgerproteste verhinderten diesen Bau zum Glück.

Wird der Award hier auch etwas bewirken?

Ich hoffe, dass unser Engagement für die Stadtrekonstruktion, das von sehr vielen Bürgern mitgetragen wird, weiter über die Grenzen Dresdens wirkt. Andere Städte wie Frankfurt/Main schauen sehr genau auf uns. Und ich hoffe auf einen Brückenschlag vom Neumarkt zum Neustädter Markt. Ein guter Anfang wäre das rekonstruierte Narrenhäusel am Königsufer.

Es fragte Carola Pönisch

Zu Torsten Kulke:

* Geboren (1965) und aufgewachsen in Dresden

* Lehre als Elektromonteur und Kaufmann

* Studium Versorgungstechnik

* Studium Betriebswirtschaft

* verheiratet, Kinder, Freiberufler

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