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Meningokokken-Verdacht in Kita

Dresden. Eltern sind informiert, Kinder und Erzieher bekommen Antibiotikaprophylaxe

In einer Dresdner Kindertageseinrichtung (Kita) gibt es derzeit den Verdacht auf Meningokokken-Erkrankung. „Da wir eine Infektion durch das Meningokokken-Bakterium nicht ausschließen können, haben wir uns entschlossen, vor Ort zu beraten und eine Antibiotikaprophylaxe anzubieten. Zwei Tage müssen die 37 Krippenkinder entweder Saft oder Dragees einnehmen“, erklärt Jens Heimann, Amtsarzt und Leiter des städtischen Gesundheitsamtes. Sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute, Mittwoch, 19. Juni, vor Ort in der Kita, um zu beraten und Antibiotika zu verabreichen. Insbesondere den Krippenkindern wird eine Antibiotikaprophylaxe empfohlen. Angeboten wird sie auf Wunsch allen 150 Kindern und den 24 Erzieherinnen und Erziehern.

Das betroffene Kind besuchte noch am Freitag, 14. Juni, die Kita in Dresden-Cotta. Am Montag, 17. Juni, war eine stationäre Aufnahme erforderlich. Das 3-jährige Mädchen verstarb im Krankenhaus. Dienstag, 18. Juni, wurden die Eltern der Kita-Kinder beim Abholen der Kinder von einer Fachberaterin des Eigenbetriebes informiert. Es gab bereits am Dienstag, 18. Juni, mehrere Einzelgespräche und Beratungen. Die Familie des Kindes ist bereits am 18. Juni untersucht worden und hat die Antibiotikaprophylaxe erhalten.

Meningokokken sind Bakterien, die über direkten und engen Kontakt durch Tröpfcheninfektion beziehungsweise Speichelkontakte übertragen werden. Das bedeutet beispielsweise kuscheln, küssen oder auch sehr eng miteinander spielen. Nicht die Dauer, sondern die Intensität des Kontaktes ist ausschlaggebend. Meistens handelt es sich um Tröpfcheninfektion durch Bakterien des Nasen-Rachen-Raums. Allerdings muss die Entfernung dafür sehr kurz sein. Der Erreger kann aber auch durch Schmierinfektion übertragen werden. Außerhalb des Körpers sterben die Bakterien sehr schnell ab.

Erste Beschwerden zeigen sich zwei bis zehn Tage nach Ansteckung, in der Regel nach drei bis vier Tagen. Es beginnt sehr häufig mit Fieber, Gliederschmerzen und schwerem Krankheitsgefühl. In etwa zwei Dritteln der Fälle verlaufen Meningokokken-Erkrankungen als Hirnhautentzündungen. Für die Meningitis ist die Nackensteifigkeit charakteristisch. Ein Drittel ist durch eine Blutvergiftung (Sepsis) gekennzeichnet, die bei zehn bis 15 Prozent der Erkrankungen als eine besonders schwere Form des septischen Schocks auftreten kann.

Die Erkrankung tritt häufig bei Kindern unter fünf Jahren oder bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren auf, seltener im Erwachsenenalter. Ungefähr zehn Prozent der Normalbevölkerung sind Träger des Keims, ohne zu erkranken. Bei den Meningokokken gibt es verschiedene Bakterienstämme, wobei die häufigsten in Deutschland die Serogruppen B und C sind. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt die Impfung ab dem 3. Lebensmonat bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gegen die Meningokokken Typ B und C.

Weitere Informationen unter:

www.dresden.de/impfen

www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/meningokokken/ 

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html

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