Carola Pönisch 1 Kommentar

Leckeres Comeback von "Jordan&Timaeus"

Dresden. Wer hat‘s erfunden? Nein, es waren nicht die Schweizer. Die erste Milchschokolade Europas stammte nachweislich aus Dresden, wurde 1839 von den Schokofabrikanten Jordan und Timaeus erfunden und in Dresden hergestellt. Jetzt kehrt die Leckerei zurück.

Ob sich Gottfried Heinrich Christoph Jordan (1791-1860) und August Friedrich Christian Timaeus (1794-1875) damals klar darüber waren, dass sie kulinarische Weltgeschichte geschrieben hatten? Sicher nicht.  Und dennoch gilt ihre Milchschokolade, die in der Dresdner Neustadt hergestellt und erstmals am 23. Mai 1839 im Dresdner Stadtanzeiger beworben wurde, als erste ihrer Art. Zwar bestand ihr Produkt damals aus 60 Prozent Kakao, 30 Prozent Zucker und zehn Prozent Eselsmilch, war deutlich grobkörniger, dunkler und herber als heutige Milchschokolade - dennoch waren sie die Ersten, die jene Masse in kleine Täfelchen presste und zu einem Taler das Pfund verkauften. Die Schweizer Eidgenossen kamen erst 36 Jahre  auf die Idee (1875), waren jedoch in der Vermarktung deutlich cleverer.

Eine Homage an die Erfinder und eine Premiere im Zwinger

Dass die Erfinder der Milchschokolade nun auf die große Bühne zurückkehren, ist Christina Englert und Janina Käsche zu verdanken. Die beiden 42-Jährigen essen nicht nur leidenschaftlich gern Schokolade in jeder Form, sondern gaben 2003 ihre Jobs auf und stiegen zunächst in den Handel mit handgemachten Schokoladen aus Belgien und Frankreich ein. "Wir reisten damals viel in kleine Manufakturen und überall sahen wir robuste Maschinen von "Jordan&Timaeus Dresden", mit denen produziert wurde", erzählt Christina Englert. Die Neugier der beiden schokoverrückten Frauen war geweckt, sie gruben sich immer tiefer in die Geschichte der Schokolade ein - und kaufte letztlich die unbesetzte Marke "Jordan&Timaeus"  mit dem Ziel, dieses Produkt wieder auf den Markt zu bringen.

Dass sie bei all den Recherchen auch noch auf Dr. Hans Jacobs, Historiker, Autor und Enkel des letzten Inhabers Ralph Jordan, stießen, darf als der verrückteste Zufall in der Geschichte dieser Marken-Wiederbelebung gelten. Jacobs hatte - mehr für den familiären als den öffentlichen Gebrauch - ein Buch über den Opa geschrieben und Christina Englert war die erste Kundin,  die es via Internethandel fand und kaufte.

Wer wissen will, wie die neuen Produkte der "Jordan&Timaeus GmbH" munden, muss am Wochenende zur 1. Dresdner choco classico kommen. Hier erleben die gefüllten und ungefüllten Tafeln, zwei Trinkschokoladen und fünf Pralinenmischungen ihre Premiere. Noch werden sie in der kleinen Manufaktur der beiden Frauen in Lüneburg hergestellt. "Aber wir könnten uns sehr gut vorstellen, hierher nach Dresden umzusiedeln. Sozusagen zurück zu den Wurzeln."

Gut zu wissen:

* Das 1. Schokoladenfestival "choco classico" findet vom 9. bis 11. November im Dresdner Zwinger  (Innenhof, Pagodenzelte) statt, Eintritt ab 12 Euro 

* 80 Manufakturen stellen ihre Produkte aus 

* Veranstalter ist der Verein »Schokolade und Kunst e.V.«

* Erwartet über 4.500 Besucher

* Begleitend dazu gibt Christina Rommel am 11. November, 15 Uhr, im Wallpavillon ein »SchokoladenRock-Pop-Konzert« (49 Euro inkl. fünf Schokoproben)

Mehr Infos: www. choco-classico.de

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Kommentar von Tina
Ich weiß zwar nicht, wer sich so erheblich verzählt hat, aber bei gerade mal 14 tatsächlich physisch vorhandenen Manufkaturen mit Verkaufsständen ist der Eintrittspreis alles andere als gerechtfertigt.
Keine gewärmten Sitzplätze, nur verschwindend wenig Informationen, kein durchdachtes Konzept machten den Aufenthalt eher kurzweilig und frustrierten.
Noch dazu wird von außen nicht auf die Veranstaltug hingewiesen, sodass vielzählige Touristen und Besucher unwissend von dem sonst kostenlos öffentlich zugänglichen Gelände unsanft verwiesen werden.
Schade, die Erwartungen waren nach so einem Artikeln anders...

Ausgebüxter Hyazinthara zurück im Zoo

Dresden. Endlich kann der Zoo Dresden eine sehr erfreuliche Nachricht verkünden, der entflogener Hyazinthara ist wieder sicher zurück im Zoo. Mit Hilfe einer Futterfalle, die an einem festen Futterplatz im Garten einer Dresdner Familie im Stadtteil Leubnitz-Neuostra aufgebaut war, konnte der Vogel am Sonntagmorgen von der Anwohnerin selbst eingefangen werden. Das Ara-Weibchen besuchte täglich diesen vertrauten Futterplatz, den die Anwohnerin regelmäßig mit Futter füllte. Daher war die Chance sehr groß, den Ara an dieser Stelle einfangen zu können. Auch in die Falle, die bereits seit mehreren Tagen an der Futterstelle befestigt war, hatte der Ara von Tag zu Tag immer mehr Vertrauen gefasst, so dass sie sich davon nicht stören lies. An die Klappe des mit Walnüssen präparierten Fangkäfigs war eine Schnurverlängerung angebracht, damit der Schließmechanismus aus einer Entfernung von ca. 5 Metern per Hand ausgelöst werden konnte. Als der Vogel wieder zum Fressen kam und sich die Walnüsse aus dem Käfig holen wollte, schnappte die Falle zu und der Ara saß fest. Die Anwohnerin rief anschließend wie vereinbart sofort im Zoo an und die Zoomitarbeiter holten den Vogel schnell zurück. Er ist nun wohlbehalten im Arahaus untergebracht, wo er sich von der Aufregung erholen soll. Der Zoo Dresden möchte sich an dieser Stelle noch einmal bei allen Bewohnern der Stadt ganz herzlich bedanken, die Hinweise, Nachrichten, Filme und Fotos von dem entflogenen Aras gesendet haben. Nur mit dieser Unterstützung konnten beide Ara schließlich unversehrt wieder einfangen werden. (pm)  Endlich kann der Zoo Dresden eine sehr erfreuliche Nachricht verkünden, der entflogener Hyazinthara ist wieder sicher zurück im Zoo. Mit Hilfe einer Futterfalle, die…

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