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Gedenken an den 13. Februar 1945

Dresden. Veranstaltungen, Dezentrales Gedenken, Menschenkette

Der 13. Februar war, ist und bleibt für Dresden ein wichtiges Datum, an dem es gleichermaßen gilt, zu erinnern, gegenwärtig zu sein und vorwärts zu schauen. Der Oberbürgermeister lädt gemeinsam mit den Fraktionen des Stadtrates, Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Kunst, Sport, Gewerkschaften, Kirchen, der Jüdischen Gemeinden und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren alle Menschen in Dresden zum gemeinsamen, kraftvollen Handeln ein. „Ich freue mich sehr, dass wir in unserer Stadtgesellschaft einen breiten Konsens darüber haben, wie wir das Gedenken am 13. Februar gestalten wollen. Es verbindet die Erinnerung an das Leid mit dem Diskurs über seine Ursachen und dem Engagement für Frieden, Demokratie und Menschenrechte. Im Jubiläumsjahr der Städtepartnerschaften mit Coventry und Breslau sind dies wichtige Zeichen, die von Dresden ausgesendet werden“, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert

Dezentrales Gedenken
Für ein Gedenken an die Opfer des 13. Februar 1945 in Dresden gibt es in Dresden viele Orte. Ab 10 Uhr sind die Menschen eingeladen, ihren ganz persönlichen Ort aufzusuchen. 10 Uhr besucht Bürgermeister Dr. Peter Lames den Neuen Katholischen Friedhof. Hier geht es um „Seelsorge und Begleitung auf dem letzten Weg – in einer Zeit …, wo man das Menschenleben nicht mehr hochschätzt“ zum Gedenken an Pater Franz Bänsch, Seelsorger für das Gefängnis am Münchner Platz. Die Zweite Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch wird 10 Uhr auf der Sporergasse 10 sein. Viele Bewohner der damaligen Sporergasse 2 wurden 1942 ins Lager Hellerberg und von dort aus nach Auschwitz deportiert. Einzelne Familien mit nichtjüdischen Mitgliedern entgingen der Ermordung und wohnten eng zusammengedrängt im „Judenhaus”. Nach heutiger Kenntnis starben diese Menschen am 13. Februar 1945. Bürgermeister Hartmut Vorjohann nimmt 10 Uhr am Gedenken an die Euthanasieopfer Pirna Sonnenstein auf dem Urnenhain Tolkewitz teil. Zum Gedenken an die 700 bestatteten Kriegstoten beider Weltkriege, unter ihnen sowjetische Zwangsarbeiter, Soldaten verschiedener Nationalitäten und die Opfer der Bombenangriffe auf Dresden an der Gedenkstätte ehemaliger Äußerer Matthäusfriedhof ist Bürgermeisterin Eva Jähnigen 10 Uhr anwesend. Auf dem Alten Annenfriedhof findet 11 Uhr ein Stilles Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens statt. Hier ist Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain dabei. An der Memorialanlage für die Luftkriegstoten auf dem Heidefriedhof treffen sich 11 Uhr Gäste aus der Partnerstadt Coventry und Breslau mit Dr. Justus H. Ulbricht, Geschäftsführer Dresdner Geschichtsverein e. V. zum Gedenken. Oberbürgermeister Dirk Hilbert nimmt daran teil. Am Nachmittag, 15.30 Uhr gedenken Dresdner Schüler gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister Detlef Sittel auf dem Johannisfriedhof den Opfern der Bombardierung.   
 
Menschenkette
Der Auftakt der Menschenkette findet 17 Uhr an der Goldenen Pforte auf dem Rathausplatz statt mit einem Requiem, gesungen von über 90 Sängerinnen und Sänger des Universitätschores Dresden. Oberbürgermeister Dirk Hilbert und der Rektor der Technischen Universität Dresden, Prof. Müller-Steinhagen werden sprechen. Ab 17.30 Uhr formiert sich die Menschenkette. 18 Uhr soll sie sich schließen. Tausende Menschen werden gemeinsam zusammenstehen bis sich etwa 18.13 Uhr unter dem Glockengeläut der Dresdner Kirchen die Menschenkette wieder öffnet.  

Alle Informationen zum 13. Februar stehen >>HIER<<
 
Weiße Rose
Die Aktion „Weiße Rose" wurde im Jahr 2005 anlässlich des 60. Jahrestages der Zerstörung Dresdens erstmals initiiert. Die Weiße Rose tragen Dresdnerinnen und Dresdner als Zeichen für die Überwindung von Krieg, Rassismus und Gewalt und wehren sich damit dagegen, dass die Erinnerung an den 13. Februar 1945 benutzt wird, um für demokratiefeindliche und menschenverachtende Ideologien, Haltungen und Aktionen zu werben. Auch in diesem Jahr fertigten die Mitarbeiterinnen der Deutschen Kunstblume Sebnitz die weißen Ansteckrosen, die für zwei Euro im Dresdner SZ-Treffpunkt im Haus der Presse erhältlich sind.

Weitere Veranstaltungen am 13. Februar:
12 Uhr: Friedensandacht mit Versöhnungsgebet aus Coventry in der Frauenkirche Dresden, Neumarkt.
Der Ruf der Friedensglocke Jesaja der Frauenkirche lädt am 13., 14. und 15. Februar zu mittäglichen Friedensandachten ein, in denen auch das Versöhnungsgebet von Coventry gebetet wird. Die anschließende Kirchraumerklärung nimmt an diesen Tagen auch besonders auf die wechselvolle Geschichte des Gotteshauses Bezug.

15 bis 22 Uhr: Gedenken vor der Frauenkirche. Das Gedenken auf dem Neumarkt bietet Raum für Gespräche und Begegnungen, aber auch für schweigendes Erinnern. Kerzen können zur Frauenkirche und zur „Großen Kerze“ gebracht werden. Gegen eine Spende werden Kerzen und weiße Rosen bereitgehalten.

20.30 Uhr: Ökumenischer Friedensgottesdienst. Oberbürgermeister Dirk Hilbert nimmt teil. Anlässlich der 60. Jubiläen der Städtepartnerschaften mit Coventry und Breslau unter der Mitwirkung von Bischöfen aus Coventry, Breslau und Dresden sowie des Knabenchors des Nationalen Musikforums Breslau. Ort: Kreuzkirche Dresden, An der Kreuzkirche 6, 01067 Dresden. 
 

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