André Schramm

Bosch eröffnet Chipfabrik in Dresden

Dresden. Bosch hat seine neue Chipfabrik im Dresdner Norden eröffnet – sechs Monate früher als geplant. Es ist die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Konzerns.

Fast genau drei Jahre nach der Grundsteinlegung hat Bosch seine Chipfabrik in Dresden eröffnet. An der digitalen Eröffnungsfeier nahmen u.a. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Michael Kretschmer und EU-Vizepräsidentin Margrethe Vestager teil.

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Die Chipfabrik der Zukunft, wie Bosch sie nennt, soll bereits im Juli mit der Produktion starten. "Dass das Team es geschafft hat, die Fabrik sechs Monate früher als geplant zum Anlauf zu bringen, macht mich stolz", sagte Volkmer Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Es sei für ihn ein schönes Beispiel, was man erreichen könne, wenn Menschen bereichsübergreifend und exzellent zusammenarbeiten.    

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Entstanden ist ein moderner Produktions- und Bürokomplex mit einer Fläche von über 72.000 Quadratmetern. Herzstück ist der Reinraum von der anderthalbfachen Größe eines Fußballfeldes. Hier werden künftig die sogenannten Wafer – Siliziumscheiben mit einem Durchmesser von 300 Millimetern – verarbeitet. Durch Beschichten, Belichten, Ätzen und viele weitere Verfahren entstehen auf den Scheiben komplexe Strukturen. Mitunter sind über 100 Schritte notwendig, bis die Chips fertig sind. Ein Prozess, der Wochen bis Monate dauert. Zunächst will Bosch mit Halbleitern für seine Elektrowerkzeuge starten. Im September soll dann mit der Chip-Produktion für die Autoindustrie begonnen werden.

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2016 hatte weltweit jedes Neufahrzeug im Schnitt mehr als neun Chips von Bosch an Bord, zum Beispiel im Airbagsteuergerät, im Bremssystem oder im Parkassistenten. 2019 waren es bereits 17. Die stärksten Zuwächse sehen Experten in den kommenden Jahren bei Fahrerassistenzsystemen, im Infotainment sowie in der Elektrifizierung des Antriebs. Mit dem Werk will Europa unabhängiger von Herstellern aus Übersee werden. Dass das notwendig ist, zeigte die jüngere Vergangenheit. Aufgrund der Pandemie und dem immer größeren Hunger nach Chips kam es zu Engpässen. Autohersteller mussten zeitweise die Produktion drosseln. "Wir haben nicht die Poleposition, sondern müssen aufholen", sagte Angela Merkel mit Blick auf die deutsche Halbleiterbranche. Auch in Smartphones, Fitnesstrackern und Spielekonsolen stecken die kleinen Bauteile.

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Bis zu 700 Mitarbeiter sollen einmal in dem Werk arbeiten. Gegenwärtig sind es rund 250 aus 24 Ländern. Die Besonderheit: Die Dresdner Bosch-Fabrik ist vollvernetzt. Selbstoptimierende Algorithmen überwachen die riesige Datenflut, decken Unregelmäßigkeiten auf und korrigieren diese. Die Künstliche Intelligenz bringt auch für die Kunden Vorteile, die sich langwierige Erprobungs- und Zulassungsverfahren sparen können.

Neben Kanzlerin Merkel und EU-Vizepräsidentin Vestager schickten Intel, Infineon, BMW, Mercedes, General Motors und viele andere namhafte Unternehmen Videogrüße nach Dresden. Die Kosten für das Werk belaufen sich nach Unternehmensangaben auf rund eine Milliarde Euro. Wie es hieß, ist es die größte Einzelinvestition in der 135-jährigen Geschichte der Robert Bosch GmbH.

 

 

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