Carola Pönisch

Augusts Pracht kehrt ins Schloss zurück

Dresden. Die Paraderäume im Residenzschloss entstehen wieder so wie August der Starke sie vor 300 Jahren zur Hochzeit seines Sohnes herrichten ließ

 August der Starke liebte es prachtvoll. Nur die schönsten, prunkvollsten, edelsten Stücke zählten Geld spielte keine Rolle. Als Kronprinz Friedrich August vor 299 Jahren mit Kaisertochter Maria Josepha verheiratet wurde, ließ der Schwiegerpapa die Paraderäume, darunter das Audienzgemach und das Paradeschlafzimmer, prachtvoll herrichten. Die Pläne lieferten keine Geringeren als Matthäus Daniel Pöppelmann und Raymanod Leplat, das Deckengemälde stammt von Louis de Silvestre.

»Gut angelegtes Geld«. sagt Sachsens Finanzmininster

 Bis September 2019, wenn sich die denkwürdige Vermählung (vier Wochen wurde gefeiert) zum 300sten Mal jährt, sollen die Prachträume wieder so aussehen wie einst. Dafür geben der Freistaat 22,4 Millionen und der Bund 12 Millionen Euro aus. Wenn das Residenzschloss einmal komplett fertig wiederaufgebaut sein wird, dann stecken darin 382 Millionen Euro. "Das ist gut angelegtes Geld", meint Sachsens Finanzminister Dr. Matthias Haß mit Blick auf das kulturelle Erbe Sachsens für künftige Generationen. 

Aufwändige Rekonstruktionen

 Als Rekonstruktionsgrundlage dienen Zeichnungen und Kupferstiche, die August der Starke im Rahmen der Ausbauarbeiten anfertigen ließ, außerdem der Schriftwechsel August des Starken mit Graf Wackerbarth, historische Bauunterlagen, fotografische Belege von 1868, 1920 und 1933, Inventarverzeichnisse zwischen 1720 und 1852 und die tatsächlichen Befunde der baufesten Innenausstattung (u.a. Stuck- und Kaminfragmente, Spiegel) und Ausstattungsteile (Möbelstücke, Textilien, Gemälde). Die während des Krieges ausgelagerten Möbel, Spiegel und Textilien blieben erhalten und werden wieder in die nach dem ursprünglichen Gestaltungskonzept rekonstruierten Räume zurückfinden.

Doch bis dahin ist noch viel zu tun. Gegenwärtig werden Rohbau und Zimmererarbeiten sowie Putz- und Stuckarbeiten fertiggestellt. Zusätzlich werden Trockenbauarbeiten und technische Installationen vorgenommen. Parallel erfolgen die fortlaufende Restaurierung der Goldtextilien, die Produktion und Lieferung der rekonstruierten Textilien und die Fertigung der ersten Wandbehänge für das Paradeschlafzimmer und das Audienzgemach. Eine weitere, künstlerisch äußerst anspruchsvolle Aufgabe ist die Rekonstruktion der großartigen Deckengemälde von Louis de Silvestre, welche bei der Zerstörung des Schlosses im Jahr 1945 verloren gingen. Aus unterschiedlichen Quellenlagen, u.a. Fotos und Originalskizzen, wird dabei eine Fassung rekonstruiert, die dem barocken Original möglichst nahe kommt. Die Gemälde werden wie ihre Vorbilder auf großformatigen Leinwänden wiedererschaffen, welche dann an der Decke des jeweiligen Raumes befestigt werden.

 

 

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