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Zecherpaar erhält Handtuch zurück

Görlitz. Im Sommer wurde vom Zierbrunnen »Zecherpaar« auf dem Klosterplatz ein Bronzeelement gestohlen. Jetzt wurde Ersatz in Auftrag gegeben.

Bildhauer Jochen Zieger aus Nossen stellte ein Wachsmodell zur Nachbildung eines neuen Handtuchs für den beliebten Zierbrunnen auf dem Klosterplatz her.

Bildhauer Jochen Zieger aus Nossen stellte ein Wachsmodell zur Nachbildung eines neuen Handtuchs für den beliebten Zierbrunnen auf dem Klosterplatz her.

Bild: Stadtverwaltung Görlitz/ SG Straßenbau und Stadtgrün

Im August war es plötzlich verschwunden. Diebe hatten am Zierbrunnen »Zecherpaar« auf dem Klosterplatz ein Bronzeelement geklaut. Einer der beiden Figuren aus Bronzeguss war der Daumen verbogen und das dadurch gehaltene Handtuch gestohlen worden. Jetzt wurde dessen Wiederbeschaffung beauftragt.

 

Am 20. Dezember war der im Auftrag der Bronzebildgießerei Noack aus Leipzig beauftragte Bildhauer Jochen Zieger in Görlitz und stellte für das neue Tuch ein Wachsmodell her. In den kommenden Wochen wird das Modell im Werkstattatelier präzisiert und eine Silikonform für den eigentlichen Bronzeguss hergestellt. Nach dem Guss sind sogenannte Ziselier- und Patinierarbeiten notwendig, bevor das Tuch im kommenden Frühjahr nach Görlitz zurückehren kann und diebstahlsicher an den Brunnenrand der Granitbütte montiert wird. In diesem Zusammenhang erfolgt ebenso die Reparatur des bei dem Diebstahl beschädigten Daumens der Männerfigur. Die Wiederbeschaffung der Bronze und die Reparatur der Figur kosten knapp 5.000 Euro.

 

Über den Brunnen

 

Den Kunstbrunnen am Klosterplatz schuf die Görlitzer Künstlerin Gisela Mauermann. Der Volksmund nannte ihn "Das Zecherpaar", obwohl die Frau sich mit der großen Wäsche beschäftigt und nur der Mann Bad und Bier so recht zu genießen scheint. Mit diesem Paar wollte die Künstlerin ironisch zum Ausdruck bringen, dass in unserer Gesellschaft noch großenteils die historische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau favorisiert wird. Die Granitbütte stammt aus Görlitzer Bestand, sie war vermutlich eine Pferdetränke. Ursprünglich für das Neubaugebiet Görlitz-Nord konzipiert, wurde der Brunnen aus verschiedenen Gründen dort nicht aufgestellt, sondern eingelagert und nur zu einer Ausstellung öffentlich gezeigt. Im Jahre 1999 erfolgte seine Installation am jetzigen Ort hinter dem Gymnasium Augustum nahe dem Schwibbogen.


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