

Überproportional viele qualifizierte Frauen kehren dem Landkreis den Rücken. Sie gehen als sogenannte Bildungswanderinnen zum Studium oder für die Ausbildung in andere Regionen. Oft finden sie dort auch einen Job, gründen eine Familie und kehren allenfalls als Urlauberinnen zurück. Diese selektive Abwanderung beschleunigt nicht nur die Alterung der Bevölkerung, sondern schwächt die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungspotenziale der Region. Grund genug für die Gleichstellungbeauftragte des Landkreises Ines Fabisch, ein Forschungsprojekt an der Hochschule Zittau/Görlitz anzuregen, um die Verbleibchancen junger Frauen zu verbessern. Seit Juli untersuchen Sozialwissenschaftler am Standort Görlitz in einer umfangreichen empirischen Erhebung die Situation der hier lebenden Frauen. Über ihre Abwanderungsgründe ist viel bekannt. Deshalb wird die Altersgruppe der 16- bis 35-Jährigen explizit nach Gründen befragt, die für ihren Verbleib in der Region zentral sind. Erste Bemühungen, die Gruppe gut ausgebildeter Frauen im Landkreis zu halten, sind eng an den Forschungsauftrag geknüpft: durch Netzwerke und Handlungsempfehlungen sowie die erhöhte Aufmerksamkeit sollen die hier lebenden Frauen besser wahrgenommen und in ihren Aktivitäten unterstützt werden. Das Forschungsprojekt: „Verbesserung der Verbleibchancen junger Frauen“ läuft bis Ende dieses Jahres. Es wird im Rahmen der Förderrichtlinie Demografie durch die Sächsische Staatskanzlei finanziert.