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Nicht anders zu werten als ein Spaziergang

Die Deutsche Tierparkgesellschaft e.V. (DTG) mahnt gemeinsam mit dem Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) bei der Ausgestaltung der jüngst im Bund-Ländertreffen beschlossenen Maßnahmen durch die einzelnen Bundesländer sachgerechtes Handeln und Augenmaß an.
Foto: www.zoo-goerlitz.de, C. Hammer

Foto: www.zoo-goerlitz.de, C. Hammer

„Unser Hygienekonzept im Tierpark wirkt!“, so Dr. Sven Hammer, Direktor des Naturschutz-Tierparks Görlitz-Zgorzelec. „Ein Tierparkbesuch ist nicht anders zu werten als ein Spaziergang an der frischen Luft!“  Der Tierpark Görlitz war sowohl im ersten Lockdown als auch in der ganzen Phase der Pandemie ein enger Partner der Landesregierung, der Stadt Görlitz und der Behörden des Landkreises bei der Umsetzung der Schutzkonzepte. Diesen partnerschaftlichen Weg wolle man gerne weiter beschreiten, allerdings im sachgerechten Umgang mit der aktuellen Situation.  Schon jetzt finden Tierparkbesuche vornehmlich im engen Familienkreis statt und in der Parkanlage lassen sich Aktivitäten sehr gut mit Abstand gestalten. Zumal man sich ohnehin in der Nebensaison befinde, in der selbst in normalen Jahren deutlich weniger Besucher als in der Hauptsaison kommen. Insbesondere für Kinder biete aber der Tierpark Görlitz in dieser besonders belastenden Zeit eine wichtige gesellschaftliche und soziale Erholungsfunktion unter geregelten Bedingungen.  Der Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec fordert, dass sich der Bund und das Land Sachsen über wirksame Hilfsmaßnahmen für zoologische Einrichtungen bei einer erneuten Schließung verständigen. Zwar gab es in einigen Bundesländern bereits Hilfsprogramme für den ersten Lockdown und Schließung der Zoos, Sachsen gehört jedoch bisher nicht dazu. "Bis jetzt haben wir für die Verluste von 290.000 € aus der ersten Schließung im Frühjahr keinerlei staatliche Kompensation bekommen. Zum Glück haben unsere treuen Tierparkbesucher und Unterstützer mit über 90.000 € Spenden geholfen. Dafür sind wir sehr dankbar, denn nur dadurch konnten wir den Tierparkbetrieb in der gewohnten Form aufrechterhalten“, so Dr. Sven Hammer. "Klar ist, eine zweite Schließung des Tierparks würde die Besuchereinnahmen von einem Tag auf den anderen Tag stilllegen. Die Ausgaben für die Versorgung der Tiere und die Mitarbeitergehälter können aber nicht einfach heruntergefahren werden. Gerade in der Wintersaison hat der Tierpark höhere Kosten für Heizung und Strom, da brauchen wir jeden Euro an Einnahmen. Reserven aus dem Frühjahr konnten aufgrund der Schließung nicht angespart werden."


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