Katrin Demczenko

Diesmal musste das Los entscheiden

Hoyerswerda. Die Trägerin der Günter-Peters-Ehrennadel 2023 heißt Evelin Graf. Am Mittwoch hat sie die Ehrung in der Kulturfabrik von Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh überreicht bekommen.
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Nach der Ehrung steht Evelin Graf in der Mitte, umrahmt von den Mitnominierten Barbara Burek, Bernd Wiesner und Karl-Heinz Markgraf sowie dem Träger der Ehrennadel Karl-Heinz Seitz (v.l.).

Nach der Ehrung steht Evelin Graf in der Mitte, umrahmt von den Mitnominierten Barbara Burek, Bernd Wiesner und Karl-Heinz Markgraf sowie dem Träger der Ehrennadel Karl-Heinz Seitz (v.l.).

Foto: Katrin Demczenko

Er spricht von 30 Millionen ehrenamtlich tätigen Menschen in ganz Deutschland, die sich aktiv in die Gesellschaft einbringen. Zu ihnen gehören Stadträte, Beiräte, Freiwillige Feuerwehren und Mitglieder unzähliger Vereine, die Dank und Wertschätzung verdienen. In Hoyerswerda kann aber jährlich nur eine aus der Bevölkerung vorgeschlagene Person ausgezeichnet werden: entweder mit der Günter-Peters-Ehrennadel oder - nur für Frauen - mit der Martha-Plastik.

Bei der letzten Stadtratsentscheidung hat Barbara Burek die gleiche Anzahl an Stimmen erreicht wie Evelin Graf und das Los musste über die neue Trägerin der Günter-Peters-Ehrennadel entscheiden, erzählt Oberbürgermeister Ruban-Zeh.

 

Das waren die Nominierten 2023

Barbara Burek leitet eine Frühstücksrunde mit Senioren im Laurentiushaus und diese Art des Ehrenamtes wird sehr selten gesehen. Weil sie so knapp unterlegen war, überreichte ihr Evelin Graf einen ihrer zwei Blumensträuße. Die weiteren Kandidaten für die Ehrung waren der Vorsitzende der Lebenshilfe Regionalvereinigung Kamenz-Hoyerswerda, Bernd Wiesner, und der Noch-Vorsitzende des Traditions- und Fördervereins Glückauf Schwarze Pumpe, Karl-Heinz Markgraf. Der letztgenannte Verein löst sich zum Jahresende auf, weil zwei der drei Vorstandsmitglieder aus unterschiedlichen Gründen ausscheiden und niemand die Nachfolge antritt.

 

Im Einsatz für Sorben, Senioren & Behinderte

Nach der Ehrung spricht Evelin Graf über ihre Ehrenämter. Sie leitet seit Jahren den Behindertenbeirat und den Beirat für sorbische Angelegenheiten. Im Seniorenbeirat ist sie erste Stellvertreterin. Alle drei Gremien erfahren in regelmäßigen Sprechstunden von Hoyerswerdaer Bürgern, was sich in der Stadt verbessern sollte. Die Beiratsmitglieder entwickeln aus den Vorschlägen umsetzbare Ideen und informieren darüber den Stadtrat und die Stadtverwaltung. Zusammen mit diesen Partnern wird die Realisierung der Vorhaben vorangetrieben.

Behindertengerechte Umbauten in Wohnhäusern und nach Jahren endlich am Bahnhof sind Evelin Graf wichtig, wobei es nicht nur um eine Rampe oder einen Fahrstuhl geht. Huckelige Gehwege und kleine Absätze in Treppenhäusern oder Wohnungen sind für Rollstuhlfahrer oft große Hindernisse.

Mit dem Seniorenbeirat hat Evelin Graf dieses Jahr den Seniorentag und eine Messe aller Partner organisiert, die sich hier für ältere Menschen engagieren. Sie ist ebenfalls ehrenamtlich berufenes Mitglied der Besuchskommission nach dem sächsischen Inklusionsgesetz und darf unangemeldet in Behinderteneinrichtungen des Freistaates überprüfen, ob die Nutzer dort vollkommen gleichberechtigt am Leben teilhaben können. Und ihren Laden »Evelin Graf Moden« in der Altstadt leitet die aktive Frau auch noch.

 

Weniger aktive Ehrenamtler

Sie bedauert, dass sich immer weniger junge Menschen für das Ehrenamt begeistern. Über die Mitwirkung in einem städtischen Beirat sagt sie: Das ist eine Aufgabe, die fundiertes Wissen verlange. »Man muss in so eine Arbeit reinwachsen.«


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