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Ziel: Mehr junge Lehrer aufs Land

Löbau hat jetzt wieder eine Ausbildungsstätte für Grundschullehrer. Ziel ist es, die neuen Lehrer nicht nur in der Region auszubilden, sondern sie auch hier zu halten.
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Im ländlichen Raum fehlt es an Grundschullehrern. Ostsachsen und die Region Chemnitz/Osterzgebirge sind Sorgenkinder. Das sagte Kultusminister Christian Piwarz gestern bei einem Besuch in Löbau. Dort eröffnete der Minister am Donnerstag die neue Ausbildungsstätte für Studienreferendare im Grundschullehramt. „Wir wollen mehr junge Leute für den Lehrerberuf im ländlichen Raum begeistern“, so Piwarz. Lehrer hätten in der Region hervorragende Arbeitsbedingungen. Allerdings sei das vielen gar nicht bekannt. Als neue Ausbildungsstätte dient ein Gebäude auf der Hartmannstraße, in dem früher schon Lehrer ausgebildet wurden. Im Gespräch waren zunächst auch Gebäude in Ebersbach-Neugersdorf. Man entschied sich letztlich für Löbau, auch weil das Gebäude bereits im Besitz des Freistaats ist und sofort einsatzbereit war. In der Hartmannstraß werden bereits Quereinsteiger für den Lehrerberuf qualifiziert und Fortbildungen für Lehrer angeboten. Das wird auch weiterhin so sein. Neben Löbau wurde auch in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge eine Ausbildungsstätte für Grundschullehrer eröffnet. Ziel ist es, die Ausbildung wieder dorthin zu verlagern, wo die Lehrer auch gebraucht werden. Dank der Ausbildungsstätte in Löbau entfällt für die Referendare von Schulen aus der Region das wöchentliche Pendeln nach Dresden. Beginnen wird die Ausbildung mit dem neuen Schuljahr Mitte August. Die Hoffnung ist natürlich, dass sich viele Referendare für einen Verbleib in der Region entscheiden. Um dem Lehrermangel entgegenzuwirken, zahlt Sachsen Referendaren seit diesem Jahr einen Anwärtersonderzuschlag. Wer sich verpflichtet, nach erfolgreicher Ausbildung für mehrere Jahre an Schulen im ländlichen Raum zu unterrichten, der erhält rund 1000 Euro extra pro Monat. „Wer den Anwärtersonderzuschlag bekommt, gehört zu den bestbezahlten Referendaren in ganz Deutschland“, erklärte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz bereits im Januar.


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