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Zensus 2022: Landkreis Görlitz sucht Interviewer

Landkreis Görlitz. Im Behördendeutsch heißen sie Erhebungsbeauftragte. Und im Landkreis werden rund 500 davon benötigt, gern auch ein paar mehr. Für den Zensus 2022 sollen sie Menschen im Landkreis interviewen.
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Die Zensus-Runden sollen alle 10 Jahre durchgeführt werden. Nach 2011 wäre es2021 wieder soweit gewesen. Coronabedingt wurde aber auf 2022 verschoben.

Die Zensus-Runden sollen alle 10 Jahre durchgeführt werden. Nach 2011 wäre es2021 wieder soweit gewesen. Coronabedingt wurde aber auf 2022 verschoben.

Foto: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2022

In diesem Jahr wird in Deutschland wieder die Bevölkerung gezählt. Und nicht nur das. Der Zensus 2022 soll Daten zur Bevölkerungsstruktur und Wohnungssituation liefern. Deswegen umfasst er auch eine Gebäude- und Wohnungszählung. Diese Daten braucht es an vielen Stellen. Etwa für kommunale Planungsvorhaben, die Einteilung von Wahlkreisen, die Berechnung der Stimmverteilung im Bundesrat und zur Berechnung der Höhe von Ausgleichszahlungen zwischen Bundesländern und Kommunen. Damit die Zahlen möglichst genau werden, wird die registergestützte Bevölkerungszählung durch eine Stichprobenartige Haushaltebefragung ergänzt.
 
Heißt: Interviewer besuchen zufällig ausgewählte Bürger und fragen bestimmte Daten ab. Organisiert wird das von Erhebungsstellen. Fünf davon gibt es im Landkreis Görlitz: Zittau, Ebersbach-Neugersdorf, Löbau, Görlitz und Weißwasser. Sie alle suchen aktuell Helfer, die ehrenamtlich Interviews führen. Allein in Görlitz und den umliegenden Gemeinden sollen knapp 11.000 davon geführt werden. "Jede Erhebungsstelle hofft auf 100 Ehrenamtler, besser wären 110", sagt Ulf Vierling, der die Erhebungsstelle Görlitz bis Ende Februar leitete. Für ihn übernommen hat jetzt Kerstin Irmscher.
 

Vorm Start gibt's eine Schulung

 
Starten werden die Interviews am 15. Mai. Wer als Interviewer (offizielle Bezeichnung ist Erhebungsbeauftragte bzw. Erhebungsbeauftragter) helfen will, kann sich telefonisch, per Mail oder Post bei der Erhebungsstelle melden. Dazu muss man mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig und verschwiegen und zeitlich flexibel sein. Außerdem muss der Wohnsitz in Deutschland liegen. "Die Interviewer nehmen vor dem Start der Befragung noch an einer Schulung teil", erklärt Kerstin Irmscher. Wo genau die Schulungen stattfinden, steht noch nicht fest. Das hängt davon ab, wo die meisten Interviewer herkommen. Man will es so organisieren, das möglichst kurze Anfahrtswege entstehen. Jeder Interviewer muss 100 Menschen befragen, dafür wird eine Aufwandentschädigung von 450 Euro gezahlt. Außerdem gibt's Geld für entstandene Fahrtkosten.
 
"Der Interviewer kommt nicht in die Wohnung. Die Befragung dauert erfahrungsgemäß 10 bis 15 Minuten und findet an der Haustür statt", erklärt Kerstin Irmscher. Zwar besteht für die Befragungen des Zensus eine gesetzliche Auskunftspflicht, die durchzusetzen, ist aber nicht Aufgabe der Erhebungsbeauftragten. Will jemanden nicht antworten, gehen die Interviewer weiter zur nächsten Adresse. Es wird auch keine Unmenge an Daten abgefragt. Es geht um Alter, Geschlecht und Staatsbürgerschaft und Angaben zur Wohnsituation.
 
Wer für die Befragung ausgewählt wurde, bekommt zunächst Post vom Interviewer. In dem Brief findet sich dann auch ein Terminvorschlag. Zu erkennen sind die Interviewer an ihrem Ausweis. Zudem haben sie Tasche, Klemmbrett und die entsprechenden Fragebögen des Zensus dabei.
 
Damit die erhobenen Daten sicher sind, unterliegen die für den Zensus zuständigen Mitarbeiter und die Interviewer der gesetzlichen Schweigepflicht und der statistischen Geheimhaltungspflicht. Alle Daten werden verschlüsselt übermittelt und nicht an Dritte weitergegeben. Namen und Adressen werden "zum frühestmöglichen Zeitpunkt von Ihren weiteren Angaben getrennt und gelöscht, sodass keinerlei Rückschlüsse auf Ihre Person möglich sind", schreibt das Statistische Bundesamt dazu auf www.zensus2022.de.
 

Kontakt

 
Wer Interviewer werden möchte, kann sich einfach an die zuständige Erhebungsstelle wenden. Die sind auch für die umliegenden Gemeinden zuständig.