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Was macht die Jeans im Abwasser?

Zittau. Abwasserunternehmen haben immer wieder mit Störungen zu kämpfen. Fett und feuchtes Toilettenpapier sind oft Ursache. Die SOWAG findet aktuell aber noch ganz andere Sachen im Abwasser.

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Es ist schon kurios, was so alles in der Toilette landet. Anrufe mit der Frage, ob eventuell ein Gebiss, ein Handy oder ein Ehering in der Kläranlage gefunden wurden, kennt auch die SOWAG (Süd-Oberlausitzer Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungs-GmbH) aus Zittau. In letzter Zeit findet die aber noch ganz andere Dinge vor allem in den Pumpwerken. Und das verursacht echte Probleme.

 

»Wir finden aktuell wieder vermehrt Kleidungsstücke«, erzählt Manuela Herwig, die im Unternehmen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Meist handelt es sich um Unterwäsche, aber es wurde auch schon eine komplette Jeans aus dem Abwasser gefischt. Nun weiß man, dass bereits feuchtes Toilettenpapier regelmäßig Verstopfungen in den Pumpwerken verursacht. Denn es löst sich im Gegensatz zu normalem Toilettenpapier nicht so gut auf und wickelt sich um die Pumpenlaufräder. Man kann sich also denken, was Kleidung anrichtet. »In diesem Jahr tritt das Problem mit der Kleidung wieder gehäuft auf. Wir sind momentan einmal wöchentlich damit beschäftigt, eine Verstopfung zu beseitigen«, sagt Kanalnetzmeister Steve Paul. Und das kostet je nach Größe der Pumpe richtig Zeit und Kraft. Die Pumpen, die zwischen 30 und weit über 500 Kilogramm wiegen, sitzen tief in einem Schacht, müssen hochgeholt werden, um die Verstopfung zu beseitigen. Da sind dann schon mal vier Mitarbeiter drei Stunden beschäftigt, ehe sich das Laufrad wieder dreht.

 

Dass Kleidung nicht ins Klo gehört, muss an dieser Stelle nicht erwähnt werden. Aber auch eine andere Sache sorgt in den Pumpwerken regelmäßig für Störungen: Fett. Gerade im Geschirrspüler landen viel Töpfe und Pfannen ohne jegliche Vorbehandlung. Und selbst wer sich die Mühe macht, zumindest die gröbsten Rückstände vorher zu entfernen, macht das gern über der Spüle. Mit dem gleichen Ergebnis: Das Fett wandert ins Abwasser. In den Pumpwerken setzt es sich an den Füllstandsmessern ab, die dann nicht mehr richtig funktionieren. Dann springt die Pumpe manchmal nicht mehr an, obwohl das Pumpwerk voll ist. »Der schlimmere Fall ist aber, dass die Pumpe nicht mehr abschaltet, wenn das Pumpwerk leer ist. Dann läuft sie trocken und geht kaputt«, erklärt Steve Paul. Deswegen müssen Fett und Speiseöl im Restmüll entsorgt werden, nicht im Abfluss.