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Unternehmen von nebenan im Schülertest

Wie kann das Café Kugel überwiegend mit den Einnahmen aus dem Sommergeschäft für das ganze Jahr wirtschaften? Woher bezieht Pasta Fantastica auf dem Elisabethplatz seine frischen Zutaten? Wieviele Mitarbeiter und Verwaltungsobjekte benötigt Tews Immobilien, um ein positives Betriebsergebnis zu erzielen? Und was ist die „unique selling proposition“ der familiengeführten Sanitärinstallation Gebrüder Geisler?
Bilder
Die Schüler Pauline Donix und Enno Schubert erhalten aus den Händen von Hubertus Kaiser, Dr. Christoph Künne (Alumnus der Boston Consulting Group) und Mario Ludwig (SKAN AG) mit einen Hochleistungs-Laser aus Edelstahl ausgeschnittene business-at-school Logos als Siegerpreise. (von links). Bild (Doris Walkowiak)

Die Schüler Pauline Donix und Enno Schubert erhalten aus den Händen von Hubertus Kaiser, Dr. Christoph Künne (Alumnus der Boston Consulting Group) und Mario Ludwig (SKAN AG) mit einen Hochleistungs-Laser aus Edelstahl ausgeschnittene business-at-school Logos als Siegerpreise. (von links). Bild (Doris Walkowiak)

In den vergangenen Wochen wurden Schülerinnen und Schüler des Augustum-Annen-Gymnasiums bei business@school, der Bildungsinitiative der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG), zu Experten für ein regionales Unternehmen. Im direkten Kontakt mit einem lokalen kleinen oder mittelständischen Betrieb haben die Jugendlichen Daten erhoben und aufbereitet, Gespräche geführt sowie die Vor- und Nachteile und die Potenziale der Görlitzer Unternehmen zusammengefasst. Ihre Lehrer, erfahrene Betreuer der Wirtschaftsjunioren und BCG-Berater standen ihnen dabei zur Seite. Die Ergebnisse ihrer Analysen stellten die Schülerteams im Anschluss an eine Betriebsbesichtigung des Schweizer Reinraumausrüsters SKAN in Hagenwerder einer Fachjury aus Wirtschaftsvertretern und Lehrkräften zum Abschluss der zweiten Projektphase von business@school vor.

Wirtschaftliches Fachwissen und Betriebsabläufe am Beispiel vertiefen

„Wir haben einen Gesamtüberblick über die Branche und das Unternehmen erlangt und konnten das Wissen aus der ersten Phase an Beispielen vertiefen. Speziell aus diesem Grund fanden wir die zweite Phase so hilf- und lehrreich“, resümieren Enno und Justin Schubert. „In Kombination mit der Betriebsbesichtigung bei der SKAN AG, bei der die Produktionsabläufe und die Wirkung der hier hergestellten Isolatoren so plastisch beschrieben wurden, bekommt man einen vertieften Einblick, wie ein Unternehmen funktioniert und welche super Unternehmen in unserer Region vertreten sind“ ergänzen Helene Koschinka und Charlene Reichel, die den Sanitärbetrieb der Gebrüder Geisler analysierten. „Die Schüler kamen in direkten Kontakt mit den Unternehmen, stellten auch kritische Fragen, ordneten die Ergebnisse ein und zogen ihre eigenen Schlüsse“, fasst Hubertus Kaiser, business@school-Projektleiter am Augustum-Annen-Gymnasium, den Sinn dieser Unterrichtsphase zusammen.

Experten beurteilen Präsentationen

Die Jury zeigte sich begeistert von der detaillierten Analyse und der gründlichen Aufbereitung der Fakten, stellte aber auch kritische Fragen zur wirtschaftlichen Bewertung der Unternehmen durch die Schüler. Als Stärken des Café Kugel und Pasta Fantastica identifizierten die Jugendlichen die Nutzung der regionalen Zulieferer für ihre frischen Produkte als großen Wettbewerbsvorteil. Beim Online-Auftritt mitsamt Online-Shop haben alle Unternehmer noch Entwicklungspotential, so lautete das Fazit der Schüler, das sie jetzt auch noch persönlich mit den Unternehmern besprechen wollen. „Die Qualität der Analyse der vier Teams war auf einem äußerst anspruchsvollen Niveau“, sind sich der langjährige b@s-Betreuer Dr. Christoph Künne und der Betriebsleiter der SKAN AG Mario Ludwig einig. So durften sich am Ende zwei Teams den ersten Platz teilen: das Team um Pauline Donix (Immobilienverwaltung Tews) als auch das Team um Enno Schubert (Sanitärinstallation Geisler) waren die strahlenden Sieger.

Nun startet das Projekt in die dritte und letzte Phase. Die Schülerteams entwickeln auf Basis einer eigenen Geschäftsidee einen detaillierten Businessplan. Ab dem Frühsommer 2017 werden die Teilnehmer mit ihren Konzepten zunächst auf Schulebene, dann in Regionalentscheiden und schließlich im bundesweiten Finale um den Sieg wetteifern.

Über business@School

An der 19. Projektrunde der BCG-Bildungsinitiative beteiligen sich im Schuljahr 2016/2017rund 1.500 Oberstufenschüler von 90 Schulen aus Deutschland, Österreich, Italien, der Schweiz und den USA. In Teams lernen sie über ein Schuljahr hinweg in drei Phasen Wirtschaft praxisnah: zunächst durch die Analyse eines Groß- und anschließend eines Kleinunternehmens, dann durch die Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee inklusive Businessplan. Die Schüler erwerben zusätzlich auch Schlüsselqualifikationen und Gründerwissen für das Leben nach der Schule. Unterstützt werden sie von ihren Lehrern sowie von Betreuern von rund 500 Partnerunternehmen und BCG. Eine Jury aus namhaften Wirtschaftsvertretern kürt am Ende des Schuljahres in einem bundesweiten Finale die besten Gründerideen.


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