tok/pm

Sonderausstellung: Porzellanland Schlesien

Im Schlesischen Museum zu Görlitz wird ab 9. Juli die zweiteilige Ausstellung "Porzellanland Schlesien" gezeigt.

Bilder

Görlitz.  Das Schlesischen Museum zu Görlitz besitzt Dank der Schenkungen von Gerhard und Margret Schmidt-Stein sowie von Adelheid Schmitz-Brodam eine Sammlung an schlesischem Porzellan, die wohl als die weltweit größte gelten kann. Die Auswahl aus diesem reichen Schatz kann bis zum 26. Februar 2023 in der Ausstellung "Porzellanland Schlesien" besichtigt werden.

 

Fast 50 schlesische Unternehmen produzierten zwischen 1820 und 1945 Porzellan in den größten und modernsten Fabrikanlagen Deutschlands. Firmen wie Krister, Tielsch, Ohme oder Königszelt machten aus dem Luxusgut Porzellan im 19. Jahrhundert ein Gebrauchsgut, das für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich wurde. Die Porzellanherstellung wurde zu einem prägenden Industriezweig Schlesiens und verwandelte die Region in ein "Porzellanland".

 

Mit einer Auswahl an Services, Vasen, Dosen und anderen Gefäßen bieten die Ausstellungen den Besuchern verschiedene Stilformen von Neu-Rokoko bis Art déco. Dazu sind historische Ansichten der Fabrikgebäude, Dokumente, Verkaufskataloge und handgezeichnete Musterbücher zu sehen. Übrigens produzieren drei polnische Fabriken in Schlesien heute noch Porzellan und sehen sich in der Tradition ihrer deutschen Vorgängerfirmen.

 

Die Schenkungen

 

 Das Ehepaar Gerhard und Margret Schmidt-Stein hat in jahrzehntelanger Arbeit eine der umfangreichsten Privatsammlungen Schlesischen Porzellans zusammengetragen. Sie haben das Schlesische Museum bereits früher mit zahlreichen Schenkungen und Leihgaben unterstützt und somit die Voraussetzung für etliche Ausstellungen geschaffen. Gerhard Schmidt-Stein verfasste auch das Standardwerk über die Geschichte des Schlesischen Porzellans.

 

2021 ging die gesamte Sammlung Schmidt-Stein als Schenkung an das Museum. Zusammen mit dem Museumsbestand und der zweiten bedeutenden Schenkung von Frau Adelheid Schmitz-Brodam verfügt das Schlesische Museum nun über eine Sammlung an schlesischem Porzellan, die Weltrang besitzt. Während das Sammlerehepaar Schmidt-Stein zahlreiche Fabrikate verschiedener Hersteller nach ästhetischen Gesichtspunkten gesammelt hat, konzentrierte sich Adelheid Schmitz-Brodam auf Fabrikate von Carl Tielsch & Co. und hat dadurch das breite Produktportfolio eines einzelnen Herstellers abgedeckt.