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Schweigende Glocken im Zentrum Nieskys

Seit 8. Januar läuten die Glocken am Zinzendorfplatz nicht mehr. Die Glockenanlage im Kirchturm muss saniert werden. Für die Brüdergemeine eine Mammutaufgabe.
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Die Auflagebalken in der Glockenstube haben schon bessere Tage gesehen. Sie sind als Auflageriegel für den Glockenstuhl nicht mehr tauglich. Foto: Pietsch

Die Auflagebalken in der Glockenstube haben schon bessere Tage gesehen. Sie sind als Auflageriegel für den Glockenstuhl nicht mehr tauglich. Foto: Pietsch

Die Glockenanlage im Turm der Kirche der Brüdergemeine am Zinzendorfplatz bereitet große Sorgen. Nach der letzten Glockenwartung teilte die Wartungsfirma mit: „Die gesamte Glockenanlage befindet sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Geltende Sicherheitsstandards werden nicht mehr erfüllt. Dringend wird empfohlen, einen Glockensachverständigen zu Rate zu ziehen.“ Die Untersuchungsresultate durch den Glockensachverständigen liegen inzwischen vor. Die Beobachtung der Wartungsfirma wird bestätigt: eine altersbedingte Instabilität des Glockenstuhles. Bei Geläut schwingt der gesamte Glockenstuhl besorgniserregend. Es besteht akute Gefahr von Ermüdungsbrüchen. Niet- und Schraubverbindungen, welche den Glockenstuhl im Turm fixieren, sind teilweise abgeschert. Das Abreißen von weiteren Verbindungselementen ist zu erwarten. Der vorhandene Stahl-Glockenstuhl muss ersetzt werden. Empfohlen wird der Einbau eines neuen Holz-Glockenstuhles.

Sanierung in diesem Jahr eher unwahrscheinlich

Ein Statik-Ingenieurbüro untersuchte daraufhin die hölzernen Tragwerkselemente im Turm. Diese Bauzustandsuntersuchung brachte weitere erschreckende Fakten. Sämtliche wandanliegenden Holzbauteile sind durch Innen- und Nassfäule mehr oder weniger stark geschädigt. Die Auflagebalken haben dadurch eine Querschnittsschwächung von bis zu 75 Prozent.  Somit sind diese Balken als Auflageriegel für den Glockenstuhl nicht mehr tauglich. Der Statiker forderte, das Geläut sofort abzustellen. Seit dem 8. Januar schweigen nun die Glocken. Im Januar wurde die Glockenstube gereinigt. Mehrere Schubkarren mit Nestbaumaterial von Tauben, Schmutz, Vogelkot, Tierkadavern, Zweigen, zersetzten Holzteilen und Bauschmutz sind angefallen. „Als nächstes soll untersucht werden, mit welchen Sicherungsmaßnahmen wir vorübergehend wieder läuten könnten - wenigstens mit einer Glocke“, teilt Pfarrerin Christine Pietsch mit. Was nun vor der Brüdergemeine liegt, ist ein umfangreiches Projekt der grundhaften Sanierung des Geläutes. Dass die erforderliche Sanierung noch dieses Jahr erfolgen kann, ist eher unwahrscheinlich. Denn man rechnet mit Kosten von 80000 bis 100000 Euro. Geld, das die Brüdergemeine Niesky allein nicht aufbringen kann. „Wir sind auf Unterstützung angewiesen“, so die Pfarrerin. Spendenkonto: Kontoinhaber:        Evangelische Brüdergemeine Niesky Bank:                    KD – Bank eG IBAN:                    DE64 3506 0190 1559 9510 10 Zweck:                 „Glocken Brüderkirche“


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