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Neuer Träger für Gedenkstätte Großschweidnitz

Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten übernimmt die Trägerschafft für die Gedenkstätte Großschweidnitz. Die erinnerungskulturelle Landschaft Sachsens soll 2021 mit 1,4 Millionen Euro gefördert werden.
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Auf diesen 2020 errichteten Tafeln stehen die Namen und Lebensdaten von 3.580 Menschen, die in Großschweidnitz Opfer der NS-Krankenmorde wurden. Foto: Keil

Auf diesen 2020 errichteten Tafeln stehen die Namen und Lebensdaten von 3.580 Menschen, die in Großschweidnitz Opfer der NS-Krankenmorde wurden. Foto: Keil

Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten übernimmt die Trägerschafft für die Gedenkstätte zu Ehren der Euthanasieopfer in Großschweidnitz. Das hat der Stiftungsrat in seiner Sitzung im Dezember beschlossen. Gemeinsam mit der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein entsteht innerhalb der Stiftung damit ein fachlicher Verbund zur Erforschung der nationalsozialistischen „Euthanasie“ und zur Erinnerung an deren Opfer. Die Stiftung wird gemeinsam mit dem Verein der Gedenkstätte Großschweidnitz die Übernahme vorbereiten. Die Überführung einer Gedenkstätte in Stiftungsträgerschaft ist seit der Gründung der Stiftung im Jahr 1994 bislang einmalig.  Der Vorgang umfasst neben der Schaffung vertraglicher Grundlagen die gemeinsame Erarbeitung der Ausstellungsinhalte und pädagogischer Projekte. Der Beschluss des Stiftungsrates zur Übernahme in die Trägerschaft der Stiftung bedarf noch der Zustimmung der Sächsischen Staatsregierung. Danach wird der Geschäftsführer im Einvernehmen mit dem Trägerverein Gedenkstätte Großschweidnitz e. V. und dem Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus den konkreten Zeitpunkt der Übernahme nach dem Beschluss des Haushaltes des Freistaates Sachsen 2021/22 festlegen. Ebenfalls beschlossen wurden in der Dezember-Sitzung über die finanzielle Förderung von Gedenkstätten, Archiven und Initiativen in freier und kommunaler Trägerschaft sowie von Projektvorhaben. Hier wurden 1,4 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zuwendungen sollten unter anderem die derzeit im Aufbau befindlichen Erinnerungsorte Gedenkstätte Großschweidnitz, die Gedenkstätte Frauenzuchthaus Hoheneck, der Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis sowie die Gedenkstätte KZ Sachsenburg erhalten. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Freistaates Sachsen, vorbehaltlich der Bereitstellung der Mittel nach Beschluss des Doppelhaushaltes 2021/22 durch den Sächsischen Landtag.