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Nach Stallbrand in Kreba: PETA erstattet Anzeige

Nachdem bei einem Brand in einer Geflügelzuchtanlage in Kreba-Neudorf etwa 1.000 Küken starben, hat PETA jetzt Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Görlitz erstattet. Damit will die Tierrechtsorganisation auf Missstände hinweisen.
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Vermutlich war es ein technischer Defekt an der Heizungsanlage, der am 17. April das Feuer in einem Stall der Geflügelzuchtanlage in Kreba auslöste. Dem Eigentümer der Anlage gelang es damals selbst, dass Feuer zu löschen, wie die Polizei mitteilte. Rund 1000 drei Tage alte Küken konnten allerdings nicht gerettet werden.  PETA hat jetzt deswegen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Görlitz erstattet. „Jährlich sterben Zehntausende Tiere bei Stallbränden, weil die gesetzlichen Vorgaben unzureichend sind“, heißt es in einer Mitteilung der Tierrechtsorganisation. Mit der Anzeige wolle man diesen Missstand mehr in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit rücken. PETA mutmaßt, dass die Küken mit besseren Brandschutzmaßnahmen nicht qualvoll erstickt oder bei vollem Bewusstsein verbrannt wären. „Jedes Tier, das bei einem Brand in einem Stall stirbt, wird grob fahrlässig getötet. Landwirte züchten diese unschuldigen Lebewesen schließlich überhaupt erst in eine leidverursachende Umgebung hinein. Doch um die Tiere vor dem Verbrennen zu schützen und auch den Schaden für die Landwirte möglichst gering zu halten, ist auch die Politik gefragt, gesetzliche Regelungen zu verschärfen“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. PETA habe in der Vergangenheit wiederholt die bestehenden Brandschutzverordnungen kritisiert, in denen ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt sei. Zudem würden in der Praxis meist selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen nicht umgesetzt. Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung komme es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die die Rettung der Tiere verhindern. Neu ist das Vorgehen von PETA in solchen Fällen nicht. Die Organisation erstattet bereits seit 2014 bei Bränden in Tierställen Strafanzeige gegen die Tierhalter. Man geht davon aus, das viele dieser Brände durch Mängel beim Brandschutz und durch marode technische Anlagen ausgelöst werden. Mit den Anzeigen will man die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit, Behörden und Justiz auf diesen Zusammenhang lenken. Man hofft, dass dadurch in künftigen Genehmigungsbescheiden für den Bau von Tierställen entsprechende Brandschutzvorkehrungen gefordert werden, die bei einem Brand die Rettung der Tiere möglich machen.