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Landratsamt-Bau: Kreis muss sparen

Die Baupreise steigen. Der Landkreis Görlitz muss deshalb bei der Erweiterung des Landratsamts sparen. Weißwasser bekommt im Sommer sein Bürgerbüro.

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Blick auf die Baustelle: Die Sanierung der insgesamt neun Häuser auf der Berliner und der Salomonstraße läuft.

Blick auf die Baustelle: Die Sanierung der insgesamt neun Häuser auf der Berliner und der Salomonstraße läuft.

Foto: T. Keil

Landkreis Görlitz. Von einem Haus, dem auf der Berliner Straße 42, steht nur noch die Fassade. Sie wird aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten. Der Rest wurde abgerissen. Ganz so drastisch läuft es in den anderen acht Altbauten, die gerade saniert werden, nicht. Die neun Häuser auf der Berliner und der Salomonstraße sind Teil der Erweiterung des Landratsamtes. Trotzdem ist auch in den anderen Gebäuden viel zu tun. Einige Häuser müssen gegen Abrutschen und Senken gesichert werden (Unterfangungsmaßnahme nennt man das im Bau-Sprech), Holzdecken müssen raus und mit Stahlbeton ersetzt werden und an einer Stelle tauchte auch eine Deckenmalerei auf, die gesichert werden musste. "Die Decke war abgehangen, deswegen war das vorher nicht zu sehen", erklärt Finanzdezernent Thomas Gampe.

 

Die Malerei zu erhalten, kostet mehr Geld als ursprünglich geplant war. Mit Kostensteigerungen kennt man sich in der Verwaltung aber aus, schließlich entwickeln sich die Bau-Preise seit langem nur in eine Richtung: Nach oben. Beim Baubeschluss im Mai 2019 ging man von Gesamtkosten von 57,5 Millionen Euro ein. Das schließt nicht nur die Altbausanierung, sondern auch einen Neubau nebst Tiefgarage mit ein. Und der Beschluss legt auch fest, dass die Eigenmittel des Kreises für die Sanierung 10 Millionen und den Neubau nebst Tiefgarage 2,3 Millionen Euro nicht übersteigen dürfen.

 

Allerdings steigen die Kosten eben kontinuierlich. Eine Hochrechnung im Herbst kam auf über 71 Millionen Euro. Es braucht also entweder Einsparungen oder mehr Fördermittel, denn die Eigenmittel sind gedeckelt. Dem Kreis hilft, dass der Fördersatz höher ist, als 2019 eingepreist. Außerdem hat man noch Sparpotential ausgelotet. Bei der Ausstattung im Altbau wurde circa 1 Millionen Euro eingespart, eine Änderung der Fassadenkonstruktion des Neubaus brachte eine Senkung um 575.000 Euro. Und auch weitere Finanzhilfen wurden beantragt. Nach aktuellem Stand geht man von Gesamtkosten von knapp 69 Millionen Euro und Fördermitteln von etwas über 59 Millionen Euro aus. Der Eigenanteil wird mit insgesamt 9,6 Millionen Euro beziffert (Hochrechnung vom 29. März 2022). Man hat also bei den Eigenmitteln nach aktuellem Stand sogar etwas Luft, was die Verantwortlichen freut, denn wie sich die Preise bis 2025 entwickeln, kann keiner sicher sagen.

 

Altbau Ende 2023, Neubau Ende 2025 fertig

 

Während die Sanierung der Altbauten schon begonnen hat, läuft der Neubau noch nicht. Hier sind die Planungen abgeschlossen, aktuell läuft die Prüfung durch den Freistaat. Mit dem Fördermittelbescheid rechnet man im April. Der Baubeginn ist im vierten Quartal 2022 geplant, vorher muss der Flachbau Kfz-Zulassung abgerissen werden. Ende 2025 sollen Neubau und Tiergarage stehen. Die Altbausanierung will der Kreis Ende 2023 abschließen und die Gebäude Anfang 2024 in Betrieb nehmen. Im Mai steht für das Gebäude Berliner Straße 40 ein Richtfest an. Der Kreis will es stellvertretend für alle sanierten Häuser feiern, auch, um den Baufirmen zu danken.

 

Zur Erweiterung des Landratsamtes gehört es auch, dass der Kreis fünf Bürgerbüros einrichtet. Hier werden häufig genutzte Verwaltungsleistungen angeboten, so dass man nicht für jede Alltäglichkeit nach Görlitz fahren muss. Ein erstes Bürgerbüro wurde im September 2020 in Löbau eröffnet. Das Büro im Weißwasseraner Rathaus soll im Sommer folgen. Zittau soll im Herbst sein Bürgerbüro bekommen, während das Büro in Görlitz erst mit Abschluss des Neubaus des Verwaltungscampus Ende 2025 eröffnet wird. Das Büro in Niesky soll 2023 oder 2024 seine Pforten öffnen. "Hier sind noch Abstimmungen zu den notwendigen Umbaumaßnahmen notwendig", teilt das Landratsamt mit. Deswegen könne der Zeitraum noch nicht genauer eingegrenzt werden.