Tony Keil

Jubiläum ohne Feier: 30 Jahre Bergasthof Jauernick

Im Dezember stand das 30-jährige Jubiläum des Berggasthofs in Jauernick an. Groß öffentlich gefeiert wurde coronabedingt nicht. Aktuell ist nur zu ausgewählten Terminen geöffnet.
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Jauernick-Buschbach. Wer aktuell im Berggasthof in Jauernick-Buschbach essen möchte, der sollte vorher einen Blick auf die Website werfen oder einfach anrufen und dann zum passenden Termin einen Tisch vorbestellen. Denn das zwischen Schwarzberg und Kreuzberg gelegene Restaurant öffnet derzeit nur tageweise. »Wir sind ein Ausflugslokal«, sagt Inhaber Andriko Zimmermann. Ein normaler Betrieb lohne sich aktuell coronabedingt nicht. Die Pandemie hat auch dem Jauernicker Gasthaus zugesetzt. Bis 2019 wuchs der Umsatz jedes Jahr. Dann kam Corona, mehrmals musste geschlossen werden und auch wenn offen war, lief es nicht so wie vor der Pandemie. Man spüre bei den Kunden ganz viel Maßnahmenfrust und Unsicherheit. Auf 70 bis 80 Prozent schätzt Andriko Zimmermann den Umsatzrückgang für 2021. Zumindest die Überbrückungshilfen kamen schnell. Dass der Berggasthof bald ganz zugesperrt werden muss, braucht also niemand zu befürchten.
Die Terminbücher für Feiern, vor allem Hochzeiten werden hier gern gefeiert, sind weiterhin voll. »Und wann immer es umsetzbar ist, finden die Veranstaltungen auch statt«, sagt Inhaberin Iris Zimmermann. Trotzdem musste in den vergangenen zwei Jahren so manche Feier verschoben werden. Das gilt auch für die eigene »Geburtstagsfeier«. Im Dezember stand das 30-jährige Jubiläum des Lokals an. Eine große Party gab es nicht.

Eröffnung am Unglückstag

Eröffnet hat das Paar den Berggasthof 1991 an einem Freitag. »„Es war Freitag der 13., aber uns hat das kein Pech gebracht«, sagt Iris Zimmermann. Das Gebäude hat eine lange Tradition als Gasthaus. Es gibt Aufzeichnungen aus dem 15. Jahrhundert, in denen es bereits erwähnt wird. Bis zur Wende war es eine Konsum-Gaststätte. »Die Gemeinde war damals sehr darauf bedacht, dass es eine Gaststätte bleit, deswegen fiel die Entscheidung, es an uns zu verkaufen, sehr schnell«, erinnert sich Andriko Zimmermann. Gemeinsam mit seiner Frau sprang er damals ins kalte Wasser. Zwar hatte Iris Zimmermann Köchin gelernt, wie man ein Restaurant führt, wussten aber beide nicht. »Wir haben einfach die Gelegenheit genutzt. Und wir waren auch mit dem Haus verbunden, waren hier ja selbst zum Essen und zur Disko gegangen«, so Iris Zimmermann.
Mitte der 90er wurde auch der große Saal renoviert und wiedereröffnet. Genug Platz auch für große Feiern ist seitdem vorhanden. 2013 gab es dann nochmal einen Umbau. Die Toiletten wurden behindertengerecht ausgebaut und der Gasthof erhielt sein eigenes Blockheizkraftwerk.
Dass der Berggasthof heute über die Region hinaus bekannt ist, hängt mit einer Entscheidung zusammen, die das Ehepaar wenige Jahre nach der Eröffnung traf. Da hielten Wildspezialitäten Einzug, eine Besonderheit, auf die der Berggasthof heute noch setzt. »Wir beziehen das Fleisch heute von einem Jäger aus dem Dorf«, erzählt Iris Zimmermann. Am Anfang lief das nicht überragend, mancher hatte Berührungsängste. Doch nach und nach sprach sich herum, dass auch Hirsch-, Wildschwein- und Fasanenfleisch lecker sind