tok/pm

Impfen im Herbst: Kreis Görlitz bereitet sich auf höhere Nachfrage vor

Landkreis Görlitz. Um die Nachfrage nach Corona-Impfungen im Herbst zu decken, rücken Mini-Impfzentren und mobile Teams wieder stärker in den Fokus.

Bilder
Die Kreisverwaltung rechnet damit, dass die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen, vor allem nach Auffrischungsimpfungen, im Herbst wieder steigen wird.

Die Kreisverwaltung rechnet damit, dass die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen, vor allem nach Auffrischungsimpfungen, im Herbst wieder steigen wird.

Foto: Unsplash

Der Landkreis Görlitz plant aktuell mit seinen Partnern die nächste Runde der Impfkampagne. Man rechnet damit, dass es im Herbst eine höhere Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen gibt. "Unser Ziel ist es, Nachfragespitzen abzufangen, die nicht im regulären System der Haus- und Fachärzte bedient werden können", teilt das Landratsamt mit. Dazu werden die Mini-Impfzentren gestärkt und wie bisher mobile Teams in der Fläche unterwegs sein. Zudem bereitet sich der Landkreis darauf vor, die Kapazitäten bei Bedarf schnell hochzufahren.

 

Höchste Nachfrage bisher Ende 2021

 

Die höchste Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen bestand im November/Dezember 2021. Zu diesem Zeitpunkt waren die ärztlichen Strukturen in einigen Teilen des Landkreises an der Kapazitätsgrenze oder konnten mangels verfügbarem Impfstoff nicht so viel impfen wie nachgefragt wurde. Der Kreis entschied sich damals dagegen, die vom Freistaat in Aussicht gestellten Gelder zum Aufbau einer neuen, kommunalen Impf-Infrastruktur zu nutzen. "Der bürokratische Aufwand und der damit verbundene Zeitverlust sowie die unsichere Finanzierung nach einer neuen, dritten Systematik waren die Gründe für diese Entscheidung", heißt es aus der Kreisverwaltung.

 

Stattdessen wurden mit Unterstützung der KVS und des DRK in kürzester Zeit zusätzliche mobile Teams etabliert. Dank vieler engagierter Kommunen und zahlreicher ehrenamtlicher Helfer konnten schnell kommunale Impftermine angeboten werden. Zusätzlich beauftragte der Landkreis zwei Träger. Die beiden Mini-Impfzentren in der Alten Post in Zittau und im Oberlausitzer Gesundhaus in Neugersdorf haben zusammen seit Dezember über 4.500 Impfdosen verabreicht. Die vom DRK betreuten Mini-Impfzentren in Löbau, Zittau, Görlitz und Weißwasser sowie die mobilen Teams verimpften von November 2021 bis Ende Februar 2022 rund 41.400 Impfdosen. Ab März wird die Statistik der Impfungen wieder lückenhaft. Ab diesem Zeitpunkt kamen vereinzelt Impfungen in den Apotheken hinzu.

 

Aktuell läuft Abstimmung mit Kommunen und Ärzten

 

Aktuell geht man davon aus, dass die niedergelassenen Ärzte weiterhin mindestens zwei Drittel des Impfgeschehens abdecken und das restliche Drittel über zusätzliche Angebote erfolgt. Steigt die Nachfrage im Herbst wieder an, wird zuerst die Kapazität im Impfzentrum Löbau hochgefahren auf mindestens 150 Impfungen pro Tag. Die beiden "beauftragten Dritten" in Zittau und Ebersbach-Neugersdorf haben eine Zulassung, die aktuell durch die Impfverordnung des Bundes bis zum 25. November 2022 beschränkt ist. "Beide Träger haben signalisiert, dass sie weiterhin an Bord bleiben wollen", teilt die Kreisverwaltung mit. Verlängert der Bund die Impfverordnung, setzt der Landkreis diese Zusammenarbeit fort und verlängert seinerseits die Beauftragung. Steigt die Nachfrage nach Impfungen, können beide Impfzentren die Kapazität kurzfristig erhöhen. Der Freistaat Sachsen hat zugesagt, bei steigender Nachfrage ein weiteres Impfteam bereitzustellen. Dieses wird im Landkreis als mobiles Team eingesetzt. Bis Ende Juli wird der Landkreis mit seinen Partnern deshalb auf die Kommunen und Ärzte im Landkreis zugehen und abstimmen, wo die Nachfrage nach Kommunalterminen besteht und welche Infrastruktur zur Verfügung steht.