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Fazit nach der Landratswahl: Kandidat Stephan Meyer im Interview

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Dr. Stephan Meyer.

Dr. Stephan Meyer.

Foto: PR/CDU

Landkreis Görlitz. Mit einigem Abstand zum zweiten Wahlgang wollten wir von den vier Kandidaten wissen, wie sie den Wahlkampf wahrgenommen haben und wie sie ihr Ergebnis bewerten. Hier antwortet Dr. Stephan Meyer (CDU) auf unsere Fragen.

 

WochenKurier: Wie haben Sie den Wahlkampf wahrgenommen?

Stephan Meyer: Ich hatte den Anspruch möglichst viele Menschen im gesamten Kreisgebiet zu erreichen und war daher sehr viel von Nord bis Süd unterwegs. Die Zeit des Wahlkampfes war durchaus anstrengend, aber sehr motivierend, weil ich eine breite Unterstützung aus vielen Bereichen unserer Gesellschaft im Landkreis erfahren habe. Zwischen den beiden Wahlgängen wurde der Ton mit den beiden Mitbewerbern rauer und es ging manchmal ins Persönliche. Ich habe mich bewusst nicht darauf eingelassen, sondern den Menschen mit meinem Handlungsprogramm ein Angebot für die nächsten Jahre unterbreitet.

 

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Ergebnis?

Es freut mich sehr, dass ich die absolute Mehrheit der Wählerinnen und Wähler erreichen konnte und in fast allen Gemeinden vorne lag. Die drei Wochen zwischen den Wahlgängen habe ich nochmal intensiv genutzt, um mich bekannter zu machen und freue mich daher, dass sich das Ergebnis in vielen Gemeinden gedreht hat. Besonders gefreut hat mich die Gemeinde Jonsdorf, mit 73,9 Prozent Zustimmung. Das ist ein guter Rückenwind für die herausfordernden Aufgaben, die jetzt vor mir und uns liegen. Es ist aber kein Grund für überschwängliche Freude, sondern vielmehr für Demut, denn die vor uns liegenden Aufgaben sind in diesen unsicheren Zeiten immens.

 

Knapp 50 Prozent Wahlbeteiligung im ersten, knapp 40 Prozent im zweiten Wahlgang. Wie bewerten Sie diese Zahlen?

Mit der Wahlbeteiligung können wir alle nicht zufrieden sein. Einerseits liegt sie zwar weitaus höher als in allen anderen Landkreisen zum zweiten Wahlgang, anderseits müssen wir uns fragen, wie mehr Menschen für diese kommunalen Wahlen bewegt werden können. Das Landratsamt ist für einige Menschen offenbar nicht so naheliegend, obwohl Landkreise großen Einfluss auf unseren Lebensalltag haben und es daher wichtig ist mitzubestimmen, wer dieses Amt anführt.

 

Landrat Lange sagte kürzlich in einer Presserunde, dass sich die Wahlbeteiligung nur signifikant erhöhen ließe, wenn Wählen zur Pflicht würde. Es war nur ein Gedankenspiel, aber würden Sie dem zustimmen? Können Sie der Idee etwas abgewinnen?

Ich glaube nicht, dass verpflichtende Wahlen besser für die Demokratie sind. Jeder hat das Recht, sich selbst für politische Ämter zu bewerben und Mehrheiten hinter sich zu bringen. Das politische Angebot bei dieser Wahl war vielfältig und es standen Kandidatinnen und Kandidaten mit unterschiedlichen Zielen zur Auswahl. Ich halte es vielmehr für wichtig, die Menschen wieder mehr für politische Entscheidungen zu sensibilisieren und darüber nachzudenken, wie wir sie in ihrer Lebenswelt erreichen. Die Lagerfeuergespräche in meinem Wahlkampf sind aus meiner Sicht ein guter Ansatz, um auf Augenhöhe mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, Themen vor Ort zu erfahren und gegenseitiges Verständnis zu erreichen. Außerdem finde ich es wichtig junge Menschen frühzeitig ernst zu nehmen und in Entscheidungen einzubeziehen, um sie für die Demokratie zu gewinnen.