Manuela Dietze/gb

Ein Weihnachtsstern erobert die Welt

Sterne haben die Menschen schon immer inspiriert, ihnen Richtung und Hoffnung gegeben. Der Herrnhuter Stern macht das in der Weihnachtszeit, in verschiedenen Ländern, auf Straßen, Plätzen, im Fenster der Nachbarn und am Weihnachtsbaum. Die Geschichte des Herrnhuter Sterns.
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Exportschlager: Jedes Jahr werden über 780.000 Herrnhuter Sterne hergestellt. Besonders in den USA, Japan und Dubai sind die Sterne beliebt. Foto: Jan Gutzeit

Exportschlager: Jedes Jahr werden über 780.000 Herrnhuter Sterne hergestellt. Besonders in den USA, Japan und Dubai sind die Sterne beliebt. Foto: Jan Gutzeit

Es gibt ihn für innen und außen, groß oder klein, in Kunststoff oder Pappe, in gelb, rot und weiß. Fans kaufen gern die jährliche Sonderedition in ungewöhnlichen Farben, in diesem Jahr in Altrosa – die Rede ist vom Herrnhuter Stern.

Wie alles begann

Anfang des 19. Jahrhunderts erhielten vorwiegend Missionarskinder in den Internatsstuben der Herrnhuter Brüdergemeine, einer protestantischen Glaubensbewegung, Bildung und Erziehung. Ein Lehrer kam auf die Idee, seinen Schülern mathematische Zusammenhänge durch gefaltete Papierkörper zu verdeutlichen. So entstanden Sterne, die später die Internatsstuben schmückten und von den Kindern in ihre Familien getragen wurden. Der Geschäftsmann Pieter Hendrik Verbeek erfand Ende des 19. Jahrhunderts den ersten stabilen, zusammensetzbaren Stern. Dieser hatte einen Metallkörper mit Schienen, auf den die Papierzacken aufgeschoben wurden. Zusammengelegt konnte er in fünf Farben über die Missionsbibliothek vertrieben werden. 1925 hatte Verbeek den Stern so weiterentwickelt, dass er den ersten körperlosen Stern zum Patent anmelden konnte. Bald darauf wurden die 17 Viereck- und acht Dreieckzacken, wie auch heute, mit Papprahmen und Klammern zusammengesetzt. Traditionell zum ersten Advent wird der Herrnhuter Stern zusammengebaut. Er läutet damit die besinnliche Adventszeit ein. Wer heute einen der schlichten Sterne aufhängt, der trägt das besinnliche Leuchten in die Familie. Eine schöne Tradition, die es wert ist, gepflegt zu werden. Seit 1982 werden die Herrnhuter Sterne nicht nur aus Papier, sondern auch aus Kunststoff hergestellt. Damit können sie gut sichtbar im Außenbereich angebracht werden und erhellen Plätze und Straßen in der ganzen Welt.

Der Stern – nur echt mit 25 Zacken

Die Herrnhuter Weihnachtssterne sind so beliebt wie nie. Mehr als 780.000 Sterne werden jährlich hergestellt, immer noch in Handarbeit. In der Schauwerkstatt falzen und kleben Mitarbeiterinnen die Zacken der Sterne. Besucher sind willkommen und gewinnen einen Einblick in die Geschichte und die Fertigung der Sterne. Der traditionelle Herrnhuter Stern besteht aus 17 viereckigen und acht dreieckigen Spitzen. Er ist also nur echt mit 25 Zacken. Im Verkaufskarton befindet sich immer das Zertifikat, ein Nachweis der Originalität.

Weltweiter Exportschlager

Exportiert in viele Länder der Welt sind die Sterne besonders in den Vereinigten Staaten und Japan, aber auch in China und Dubai beliebt. Neben den genormten Größen zwischen 13 Zentimetern und 1,30 Meter fertigt die Manufaktur auf Anfrage auch deutlich größere Exemplare. Diese schmücken in Deutschland Kirchen, Hotels und auch das Bundeskanzleramt. Das warme Leuchten bringt Licht in die Herzen der Betrachter.


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