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Ein Leben für die Patienten

„Einmal ist gut. Einmal muss Schluss sein. Wirklich.“ Wenn Erika Anders das so sagt, lässt sie keinen Zweifel zu. Und dennoch ist es kaum zu glauben. Immerhin stellt sie sich seit 54 Jahren in den Dienst des Städtischen Klinikums Görlitz.
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Erika Anders arbeitet seit 54 Jahren für das Klinikum Görlitz. Noch bis Ende dieses Jahres ist sie als Patientenfürsprecherin tätig. Das Klinikum sucht einen Nachfolger. Foto: Klinikum

Erika Anders arbeitet seit 54 Jahren für das Klinikum Görlitz. Noch bis Ende dieses Jahres ist sie als Patientenfürsprecherin tätig. Das Klinikum sucht einen Nachfolger. Foto: Klinikum

Anfangs als Krankenschwester in Ausbildung, danach als Schwester und leitende Schwester in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. Mitte der 70er-Jahre krempelte sie ihren beruflichen Weg um, um selbst Schwestern und Pfleger auszubilden. Sie drückte noch einmal berufsbegleitend die Schulbank. Fast acht Jahre lang. Denn sie wollte Medizinpädagogin werden. Zunächst an der Fachschule in Dresden und später beim Fernstudium an der Humboldt-Universität in Berlin.

Patientenfürsprecherin

2005 verabschiedete sie sich in die passive Phase ihrer Altersteilzeit. Ein Jahr später war sie wieder da. Das Klinikum warb sie für die ehrenamtliche Funktion der Patientenfürsprecherin. „Das gab es im Krankenhaus vorher noch nicht“, sagt Erika Anders. Also wurde sie sogar noch einmal zur Pionierin. Hunderte Patienten lernte sie in den vergangenen Jahren kennen. Als Fürsprecherin nimmt sie ihre Sorgen und Kritiken auf und vermittelt zwischen ihnen und dem Klinikpersonal. „Manchmal sind es schlichtweg Missverständnisse. Das lässt sich aber meist schnell und unkompliziert lösen.“ Sie betont jedoch, dass die Menschen, die im Klinikum arbeiten, auch nicht unfehlbar sind. Wichtig sei es, richtig mit Fehlern umzugehen.

Abschied naht

Bis zum Ende dieses Jahres wird sie noch montags, von 15 bis 16.30 Uhr Sprechzeit haben und auf die Stationen gehen, um direkt mit den Patienten ins Gespräch zu kommen. „Wissen Sie, mich wurmt es schon, dass es körperlich nicht mehr ganz so geht, wie ich geistig kann und will“, sagt sie. Die jetzt 71 Jahre sind ihr nicht anzusehen. Trotzdem macht das Herz nicht mehr so richtig mit, deshalb plant sie ihren Ruhestand.

Nachfolger gesucht

Und das Klinikum sucht eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. „Es ist eine tolle Aufgabe, besonders wenn man direkt etwas bewirken kann.“ Was man außer Engagement dafür braucht? „Sie sollten gut zuhören können, zuverlässig und einfühlend sein.“ Das Klinikum beschreibt die Anforderungen wie folgt: „Sie können gut auf andere Menschen zugehen, gut zuhören, sind kontaktfreudig, engagiert, zuverlässig, verschwiegen und verfügen über Einfühlungsvermögen. Darüber hinaus haben Sie Verhandlungsgeschick und können gut Konflikte lösen.“ Mehr Informationen gibt es auf der Homepage des Klinikums oder unter 03581/371533.


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