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"Das Altwerden wollen wir mal verschieben"

Noch bis heute Abend 18 Uhr ist die zweite Ostsächsische Pflegemesse in der Messehalle Löbau geöffnet. Trotz des regnerischen Wetters machten sich Besucher auch aus Bad Muskau oder Kamenz auf einen längeren Weg.
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"Das Altwerden wollen wir mal verschieben." Wer würde da nicht mitmachen? Eine Besucherin jedenfalls drückte es so aus, nachdem sie am Stand der Euroakademie Görlitz mittels verschiedener Gewichte, Kopfhörer und Verdunkelungsbrille am eigenen Leib erfuhr, wie sich die Wahrnehmung, das Fortbewegen und das Reagieren im Alter verändern. Wie sieht man mit grauem Star? Was hört man im Alter noch? Wie schwer fällt das Treppensteigen? Katrin Kopp, Marketingleiterin bei der Euroakademie, hat die Teilnahme an dieser Pflegemesse nicht bereut. "Es kamen wirklich interessierte Besucher, die sich dann auch die Zeit nahmen, mit uns ins Gespräch zu kommen. Pflegende Angehörige wie auch Menschen im Rollstuhl waren da. Es stellte sich erneut heraus, dass die Messe auch ein guter Treffpunkt für Netzwerkarbeit ist, denn die Aussteller selbst kennen sich zum Großteil oder lernen sich kennen und nutzen auch mal besucherschwache Zeiten zum Austausch." Der neue, übersichtlichere Aufbau der Messe wurde von den meisten Ausstellern sehr gelobt. Peter Schulz vom Löbauer Schlafstudio war schon bei vielen Messen dabei. "Aber hier kommen die wirklich am Thema Pflege interessierten Besucher." Für Tino Behner vom gleichnamigen Sanitätshaus in Löbau ist die Teilnahme an der Pflegemesse Ehrensache, als regional tätiges Unternehmen müsse man Präsenz zeigen, auch wenn er in  diesem Jahr nicht so erfolgreich war wie noch  bei der Messepremiere. Seine wirtschaftlichen Erwartungen wurden nicht erfüllt. Er wünschte sich auch mehr Besucher aus Löbau selbst. Ein Hingucker auf der Messe ist Beppo, der Bettler. "Ist der echt?" war die häufig gestellte Frage. Mit einer Uhr und dem Hinweis "5 vor 12" macht Ralph Jurschik von MedHuman darauf aufmerksam, dass das gesellschaftliche Gefüge in Bewegung ist. "Die Prozesse im Lande verselbständigen sich, so dass das gesamte Konzept völlig aufgebrochen wird. Das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit steht an erster Stelle. Die Anschläge in Paris machen uns betroffen und ängstigen. Die Erwartungen der Menschen an die Politik zu richtigen und wirksamen Maßnahmen für die Sicherheit der Bürger und zum Abbau von  Ängsten sind groß."