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Aufklärung ist das A und O

Die Woche der seelischen Gesundheit geht in Weißwasser in die zweite Runde. Die Veranstaltungen sind kostenfrei und sollen wichtige Aufklärungsarbeit leisten.
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Robert Seidel und Manuela Schwarze mit dem Plakat, das ab kommender Woche im Stadtgebiet auf die Woche der seelischen Gesundheit hinweist. Foto: Keil

Robert Seidel und Manuela Schwarze mit dem Plakat, das ab kommender Woche im Stadtgebiet auf die Woche der seelischen Gesundheit hinweist. Foto: Keil

Vergangenes Jahr lockte das Spiel der Lausitzer Füchse gegen die Tornados Niesky rund 1300 Menschen. Das Spiel war Teil der Kampagne „Raus aus der Deckung“ und fand während der ersten Woche der seelischen Gesundheit in Weißwasser statt. Ganz so groß kann das Soziale Netzwerk Lausitz als Organisator diesmal nicht auffahren, an Bedeutung hat das Thema aber keinesfalls verloren. Jeder dritte Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer psychischen Erkrankung. „Es gibt viele Vorurteile. Viele Menschen halten einen für verrückt, stempeln einen ab“, erzählt Manuela Schwarze. Sie war selbst von Depressionen betroffen. Heute arbeitet sie ehrenamtlich für die Selbsthilfekontaktstelle KISS und berät dort andere Betroffene. Eine Weißwasseraner Erfindung ist die Aktionswoche nicht. Sie findet jährlich rund um den Tag der seelischen Gesundheit (in diesem Jahr der 10. Oktober) statt. In der Glasmacherstadt sind in diesem Jahr vom 9. bis 14. Oktober vier Veranstaltungen geplant. Sie alle sind für die Teilnehmer kostenfrei. Da die Plätze aber begrenzt sind, muss man sich anmelden. Auch die Kampagne „Raus aus der Deckung“ wird fortgesetzt, diesmal allerdings später im Jahr, wie Robert Seidel vom Sozialen Netzwerk verrät. Schauspielerin und Sängerin Marie Luise Gunst kommt am 16. November für ein Konzert nach Weißwasser. Die Künstlerin aus dem thüringischen Nordhausen hat ihre eigenen Erfahrungen mit Depressionen in einem Konzeptalbum verarbeitet. „Unser Ziel ist es, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu bringen und Verständnis zu erzeugen“, sagt Manuela Thomas, Geschäftsführerin des Sozialen Netzwerks. Krankheiten wie Depression können jeden Treffen, daher sei Aufklärung das A und O, damit sich Betroffene trauen, sich zu öffnen, darüber zu reden und Hilfe anzunehmen. Die Arbeit des Netzwerks geht natürlich weit über die Aktionswoche hinaus. Hilfesuchende können sich jederzeit melden und erhalten Unterstützung. Dabei geht es nicht nur um Menschen, die selbst an einer Krankheit leiden, auch Angehörige, Bekannte, Arbeitgeber etc. erhalten Hilfe. Die VeranstaltungenKinoabend Kamera Sensibel Vorführung des Films „4 Könige“ mit anschließendem Gespräch zum Thema Bipolare Störungen 9. Oktober, 17 bis 19 Uhr in der Hafenstube Workshop Seelenhygiene & die Ressource „Ich“ Theoretisches und praktisches Training für bewusste Selbstfürsorge 10. Oktober, 9 bis 15 Uhr in der Hafenstube Vortrag „Allein unter vielen – Im Nebel der sexuellen Gewalt“ Eine Betroffene spricht über das häufig verschwiegene Thema. 11. Oktober, 16 bis 18 Uhr im Haus am Hain Sport & Seelische Gesundheit Kurs, der sich der Frage widmet, wie Sport der seelischen Gesundheit helfen kann. 14. Oktober, 15 bis 16.30 Uhr im Studio 41 Wichtig: Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Allerdings sind die Plätze begrenzt, deswegen ist eine Anmeldung unter 03576/218270 oder info@soziales-netzwerk-lausitz.de erforderlich.