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85 Jahre Eishockey-Geschichte auf einen Blick

„85 Jahre Eissport in Weißwasser“ steht seit heute in großen Lettern an der Wand einer Firmenhalle in der Glasmacherstadt. Mit dem Banner soll an die traditionsreiche Geschichte des Eissports in Weißwasser erinnert werden. Idee und Umsetzung gehen auf das Konto von Moises Mogollones.
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Der erste Dank galt denen, die das riesige Banner finanziert haben. „Ich möchte mich vor allem bei den Sponsoren bedanken, die die Umsetzung meiner Idee überhaupt ermöglicht haben“, sagte Moises Mogollones bei der Einweihung am Dienstag. Zehn Firmen aus der Region prangen auf dem großen Werbebanner, das jetzt an der Firmenhalle der Schmied Technik & Service GmbH auf der Berliner Straße hängt. Anderthalb Jahre hat der Grafiker und Fotograf an der Umsetzung seiner Idee gearbeitet und dabei neben dem Banner auch eine Wanderausstellung zur Geschichte des Eishockeys in Weißwasser gestaltet. Die ist momentan in der Reinert Ranch zu sehen und zieht am 28. August weiter ins Kraftwerk Schwarze Pumpe. Darüber hinaus soll die Ausstellung an verschiedenen Orten von Zittau bis Guben sowie Bad Muskau bis Kamenz präsentiert werden. Seine Verbundenheit zum Kufensport erklärt der Chilene, der 1974 nach Deutschland kam, so: „Ich komme aus einem Land, in dem es kein Eishockey gibt. Hier habe ich dank des Eissports viele Menschen kennengelernt.“ Bei der Umsetzung des großen Banners konnte Moises Mogollones auf Erfahrung zurückgreifen, hatte er doch 2005 zum Tag der Sachsen bereits ein ähnliches Werbebanner gestaltet. „Wenn man in Deutschland in der Politik unterwegs ist, dann merkt man, das Weißwasser neben Glas und Kohle vor allem mit dem Eishockey verbunden wird. Und wenn man schaut, wo viele Traditionsvereine heute stehen, ist es eine tolle Leistung, dass die Füchse immer noch in der zweiten Liga spielen. Insofern danke ich dir Moises, dass du dieses Thema aufgegriffen hast“, sagte der Bundestagsabgeordnete Thomas Jurk bei der Einweihung. Auch der Landtagsabgeordnete Lothar Bienst hat eine Verbindung zum Eishockey, wie er bei der Bannerpräsentation verriet. Er habe selbst in seiner Kindheit in seinem Heimatort Teicha Eishockey gespielt. Die meiste Zeit über musste er allerdings bei den Partien auf dem Dorfteich das Tor hüten. „Ich habe des Öfteren Schläger kaputt gemacht. Irgendwann hat es meinem Vater gereicht, also baute er an einen Holzstiel einen Schläger aus Aluminium“, verrät Bienst. Der neue Schläger war zwar stabiler, vertrug sich aber nicht so gut mit den Schienbeinen der anderen Spieler, weswegen nur der Job als Torwart blieb. Die lange Eissporttradition in Weißwasser nahm 1932 ihren Anfang, als im Keglerheim an der Gartenstraße der erste Eishockeyverein gegründet wurde. Erster Vorsitzender war Martin Schulz. Es folgte eine lange Erfolgsgeschichte mit insgesamt 25 Meistertiteln in der DDR. Nach der Wende trat Weißwasser insgesamt vier Spielzeiten in der DEL an und spielte ansonsten mit einer Ausnahme (2003/2004 eine Saison in der Eishockey-Oberliga) immer in der zweiten Liga.