Carola Pönisch

Weinlese-Start bei Wackerbarth

Seit heute Morgen werden in der barocken Anlage des Erlebnisweingutes die ersten Trauben des herausfordernden Weinjahres 2020 gelesen.
Bilder
Christiane Spieler, Kellermeisterin im Staatsweingut Schloss Wackerbath, beim Lesestart der Sorte Solaris. Foto: Schloss Wackerbarth

Christiane Spieler, Kellermeisterin im Staatsweingut Schloss Wackerbath, beim Lesestart der Sorte Solaris. Foto: Schloss Wackerbarth

Eine Woche später als 2019, aber immer noch eine Woche früher als im langjährigen Mittel, rückten die Radebeuler Winzer heute (24. August) der Rebsorte Solaris,  an den Stock. Die frühreife Rebsorte, die im Jahr 1975 am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg neu gezüchtet wurde, eignet sich  besonders gut für Federweißen, aber auch als aromatischer Cuvéepartner. Die ersten Gläser  Federweißer und damit den ersten Vorgeschmack auf den Jahrgang 2020 können Weinfreunde am 29. und 30. August zu den Tagen des offenen Weingutes auf Schloss Wackerbarth genießen. Ab Anfang September wird die Lese mit den Rebsorten Goldriesling (gibt's nur in Sachsen) und Frühburgunder fortgesetzt. 2020: Ein herausforderndes Jahr Dieses Jahr stellte die Winzer von Schloss Wackerbarth vor eine doppelte Herausforderung: Neben der Corona-Krise mit ihren erheblichen wirtschaftlichen Folgen mussten sie bei der termingerechten, naturnahen Bewirtschaftung ihrer Weinberge auch gegen zahlreiche Witterungsextreme ankämpfen. „Die Natur hat uns in diesem Jahr in den Weinbergen stark gefordert – mit Spätfrösten im April und zu den Eisheiligen im Mai, mit der bisherigen Trockenheit sowie mit lokalen Unwettern mit Starkregen und Hagel im Juli und August“, erklärt Till Neumeister, der Weinbauleiter von Schloss Wackerbarth. „Auf diese Herausforderungen müssen wir mit einer gezielten, bedarfsorientierten Bewirtschaftung unserer Weinberge reagieren. Neben zusätzlichen Arbeitsgängen, wie der Bewässerung der Reben in den Steillagen sowie Junganlagen, gehören dazu auch eine individuell angepasste Bodenbearbeitung oder eine aufwendigere Pflege der Laubwand: Das bedeutet unter anderem, dass wir die Entblätterung der Reben abhängig vom Standort, der Rebsorte sowie dem spezifischen Mikroklima der einzelnen Lagen in Höhe und Anzahl der Blätter gezielt vornehmen. Dank dieser Maßnahmen präsentieren sich unsere Trauben stand heute in einem guten, gesunden Zustand.“ Dennoch gelte auch 2020: Erst der Herbst macht das Weinjahr. „In den kommenden Wochen kann in den Weinbergen im Elbtal noch viel passieren. Sollte die Natur uns gewogen sein und mit einem goldenen Herbst beschenken, dann gehen wir von einem qualitativ guten Jahrgang aus. Aufgrund der Witterungsextreme im bisherigen Weinjahr rechnen wir jedoch mit einem geringeren Ertrag als in den Vorjahren."