Carola Pönisch

Steinschlange wird zu Schmunzelstein-Skulpturen

Ein gutes Jahr ist es her, da fanden sich an vielen Stellen in Dresden und Umgebung bunt bemalte Steine. Sie lagen in langen Schlangen aufgereiht an Wegen und auf Mauern und sollten Mut machen im ersten Lockdown.
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Johann Kral hat aus über 4.000 Schmunzelsteinen neue Skulpturen geschaffen. Foto: Jörn Wolf

Johann Kral hat aus über 4.000 Schmunzelsteinen neue Skulpturen geschaffen. Foto: Jörn Wolf

Manche Aktionen sind so gut und vor allem zunächst so unorganisiert, dass ihr Erfolg am Ende dennoch keinen überrascht. So wie die "Schmunzelsteine", die im Frühjahr 2020 plötzlich auftauchten, gemalt von Kindern und Eltern im ersten Lockdown. Schnell bildeten sich kleine Steinschlangen wie zum Beispielim Waldpark Blasewitz, die am Ende rund 400 Meter lang geworden war. Weil irgendwann dann aber doch Mäh- und Reinigungsarbeiten anstanden, sollten die Steine entfernt werden. Der Dresdner Bildhauer Johann Kral entschied daraufhin spontan, die bunten Steine des Parks in seine Obhut zu nehmen, um ihnen ein neues Leben zu schenken. Mit Zetteln wies er auf seine Aktion hin. Es entstanden zwar einige Lücken, doch wuchs die Steinschlange an anderen Stellen weiter an. Was daraus entstand Inzwischen ist ein Großteil der ursprünglich 4.000 Steine in ein imposantes Kunstwerk eingegangen, das mit Unterstützung des Stadtmuseums Dresden entstand und jetzt im Foyer des Landhauses zu besichtigen ist. „Die Skulptur aus den „Schmunzelsteinen“ soll stellvertretend für die während der Pandemie entstandenen Emotionen stehen und ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht sein. Bewusst habe ich mich dazu entschieden, das veränderte zwischenmenschliche Verhalten während der Pandemie darzustellen“, erklärte der Künstler Johann Kral. „In einer – für jeden individuell empfundenen – Krise und Ausnahmesituation, haben es Kinder geschafft, mit einer kleinen Geste den Erwachsenen ein Schmunzeln ins Gesicht zu zaubern.“


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