Dresden bereitet sich auf Schweinepest vor

Die gefährliche Schweinepest rückt immer mehr in den Blickpunkt der Experten. Mit einer groß angelegten Prüfung hat die Stadt Dresden jetzt den Ernstfall geprobt.
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Es ist "eine scharfe Übung" auf einem Bauernhof am Rande der Landeshauptstadt, an der Mitarbeiter des Veterinäramtes, der Stadtverwaltung und der Feuerwehr teilnahmen. Anlass ist der Vormarsch der Schweinepest. Die gefährliche Viruskrankheit trat jetzt bei Haus- und Wildschweinen in Polen, Russland und den baltischen Staaten auf. "Wir müssen damit rechnen, dass die Ausbreitung bis nach Deutschland reichen kann", sagt Lutz Meißner, Abteilungsleiter für Tierschutz- und Tierseuchenbekämpfung im städtischen Veterinäramt. In den letzten Jahren wanderte die Pest jährlich etwa 300 Kilometer nach Westen. Um bei einem Verdachtsfall gewappnet zu sein, wurde ein Bauernhof zum Katastrophengebiet erklärt und weiträumig abgesperrt. Bei Eintreten eines Ernstfalles kommt eine Kette festgeschriebener Richtlinien in Gang. Der Bauer, dessen Tiere unter Verdacht stehen, an der Schweinepest erkrankt zu sein, muss das dem zuständigen Tierarzt und dem Veterinäramt melden. Mit Unterstützung der Feuerwehr wird um den betroffenen Hof im Umkreis von drei Kilometern eine Sperrzone errichtet. 22 speziell dafür ausgebildete Kameraden der Dresdner Feuerwehr gehören dem Umweltzug an, der für solche Einsätze mit sieben Spezialfahrzeugen ausgestattet ist und rund um die Uhr bereit steht. Tritt die Schweinepest auf, wären mehr als 80 Personen aktiv im Dienst, um die Ausbreitung der gefährlichen Seuche zu verhindern. Schon ein einziges Wurstbrot, das von einem infizierten Tier stammt und als Futter verbotenerweise weitergereicht wurde, genügt zur Übertragung der Krankheit. Sie ist für den Menschen ungefährlich, für die Schweine verläuft sie tödlich. Entweder fallen die Tiere nach einer Ansteckung innerhalb von wenigen Stunden einfach tot um oder müssen notgeschlachtet werden. Um vorbereitet zu sein, wurde das Krisenszenario unter realen Bedingungen simuliert. Dafür hatte die Feuerwehr auf dem Bauernhof zwei Desinfizierungsanlagen für Personen und Fahrzeuge aufgebaut. Mitarbeiter des Veterinäramtes und Tiermediziner übten im Schweinestall unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen die Entnahme von Blutproben, die später im Labor untersucht werden müssen. "Weil es keinen Impfstoff gibt, ist die Virusinfektion sehr gefährlich und kann sich rasend schnell verbreiten", erläutert Lutz Meißner die Gefahr, die von der Pest ausgeht. Neben einem Sperrgebiet um den Bauernhof müssen auch im Umkreis von weiteren zehn Kilometern alle Schweine kontrolliert werden. Andere Tiere wie Hunde oder Katzen sind von der Krankheit nicht bedroht. Fotos: Pohl


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