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Warnstreik bei Alstom

Der Warnstreik bei Alstom geht in die nächste Runde. Die IG Metall Ostsachsen droht mit verschärften Arbeitskampf. Die Forderungen lauten: Vier Prozent mehr Lohn sowie verbesserte Übernahmeregelungen für Auszubildende.
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Die Beschäftigten bei Alstom - ehemals Bombardier - streikten vor den Werkstoren in Bautzen. Foto: IG Metall Ostsachsen

Die Beschäftigten bei Alstom - ehemals Bombardier - streikten vor den Werkstoren in Bautzen. Foto: IG Metall Ostsachsen

Alstom Mitarbeiter aus Bautzen und Görlitz legten am 17. März an beiden Standorten ihre Arbeit nieder. Die IG Metall Ostsachsen hatte zu Warnstreiks aufgerufen, weil die bisherigen Tarifverhandlungen keine Einigkeit mit dem Arbeitgeber brachten. Das fordert die IG Metall Ostsachsen Nachdem am Vormittag bereits zahlreiche Kolleginnen und Kollegen in Görlitz dem Warnstreikaufruf der IG Metall gefolgt waren, gingen am Nachmittag die Beschäftigten in Bautzen vors Werktor. Die IG-Metall fordert ein Volumen von vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate, das zur Sicherung von Beschäftigung und Einkommen eingesetzt werden soll. Neben betrieblichen Zukunftstarifverträgen sind auch ein tarifliches Angleichungsgeld und die Verbesserung der Übernahmeregelungen für Auszubildende Thema in den Tarifverhandlungen. Mitarbeiter benötigen verbindliche Regelungen Durch die kürzlich erfolgte Übernahme des Schienenfahrzeugherstellers Bombardier durch den französischen Alstom-Konzern wollen die Beschäftigten insbesondere verbindliche Regelungen zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung an den Standorten in Görlitz und Bautzen. »Wenn wir vom Kampf gegen den Klimawandel und der industriellen Transformation sprechen, sprechen wir zwangsläufig auch vom Schienenverkehr«, sagt Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. »Es geht einerseits um die Wertschätzung der Arbeitenden, die ohne zu murren in der Pandemie weiter produziert haben und die seit 2018 keine Entgelterhöhung bekommen haben« fügte Otto hinzu. Verhandlungen blieben bisher ohne Ergebnis Nachdem am 26. Februar die dritte Verhandlungsrunde mit dem Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie ergebnislos verlaufen war, hatte die IG Metall ab dem 2. März zu Warnstreiks aufgerufen. 24-Stunden-Streiks sind möglich  Die IG Metall möchte mit ihrer dritten Warnstreikwoche den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. »Sie können nicht ewig weiter mauern und sich weigern, ein verhandlungsfähiges Tarifangebot vorzulegen«, sagte Jan Otto und ergänzt: »Wir haben einen langen Atem. Wenn die Warnstreiks die Arbeitgeber nicht erreichen, bleibt uns ab einem gewissen Punkt nur noch die Möglichkeit, die Auseinandersetzung zu eskalieren, um sie zum Einlenken zu bewegen.« Die Mittel dafür sind 24-Stunden-Streiks. Zu einem 24-Stunden-Streik kann die IG Metall kurzfristig aufrufen. Anders als bei einem unbefristeten Streik ist eine Urabstimmung dafür nicht nötig. »Die Arbeitgeber können sich sicher sein, dass wir gut vorbereitet sind«, sagt Jan Otto. »Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben sind kampfbereit, das haben sie in den letzten Wochen mehr als deutlich gezeigt.«