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Der Burger Kampf gegen LKWs

Es ist nicht sein erster Versuch. Doch dieses Mal hatte er Glück. Alfred Schulze (78) aus Burg initiierte einen Besuch aus der Sächsischen Staatskanzlei.
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Hohen Besuch begrüßte eine Bürgerinitiative aus Burg (Spreetal) am 14. November. Der Revierbeauftragte der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden, Dr. Stephan Rohde, kam vorbei, um sich eines Problems anzunehmen, das die Ortsansässigen schon lange beschäftigt: LKWs.
Und zwar nicht etwa ein einzelner, sondern einer in drei Minuten, wie eines der fünf im Ort aufgestellten, mehrsprachigen Banner verrät. Aufgestellt, mit der Bitte, doch die im Dezember 2018 eröffnete Umgehungsstraße zu nutzen und die Burger damit zu entlasten.

Erfolgreicher Aufruf

Nach einem Gespräch mit dem Initiator selbst begaben sich die Vertreter von Staatskanzlei, Landkreisverwaltung und Gemeinde auf den Weg durch den Ort, um sich ein Bild von der Gesamtlage machen zu können.
Ortschaftsratsmitglied Mike Braun, der sich selbst auch schon seit Mai 2018 mit der Thematik auseinandersetzt, rief mit dem Bekanntwerden des Vorhabens zu einer Versammlung auf, um den Verantwortlichen den Unmut der Bürgerinnen und Bürger vor Augen zu führen. Mit Erfolg. Etwa ein Drittel der Einwohner versammelten sich an der Bushaltestelle von Burg und begleiteten die Besucher durch den Ort. An vielen Häusern entlang der Hauptstraße waren LKW-Durchfahrtsverbot-Schilder angebracht worden. Denn langfristiges Ziel ist es, die Ortsdurchfahrt für Fahrzeuge über 7,5 t zulässiges Gesamtgewicht sperren zu lassen und diese auf die fünf Kilometer entfernte Bundesstraße 96 umzulenken.
Neben den Auswirkungen des Schwerlastverkehrs auf Bausubstanzen, Straßen- und Gehwegzustände, stört die Bewohner vor allem eins: der Lärm.
Aber auch die Gefahr, besonders für die Kinder des Ortes, die durch den Begegnungsverkehr auf der sehr engen Hauptstraße besteht, beunruhigt die Anwohner. »Wir merken das ganz besonders, wenn wir bei Veranstaltungen des Dorfclubs in größeren Gruppen unterwegs sind. Die wenigsten LKWs drosseln das Tempo und nehmen Rücksicht auf die Kinder«, berichtet Ines Reiber.
Auch die zehnjährige Johanna erzählt, dass sie Angst bekommt, wenn die Fahrzeuge auf dem Weg zur Bushaltestelle an ihr vorbeirasen.

Fahrplan für die Zukunft

Die Probleme sieht auch Dr. Stephan Rohde: »Gerade mit dem Ziel die Region touristisch attraktiv zu machen, müssen solche Gefährdungen aus dem Weg geschafft werden. Auch der Fall ‚Mautvermeidung‘ macht mir Sorgen, den müssen wir auf jeden Fall noch einmal neu aufrollen.«
Im März kommenden Jahres sollen erste Maßnahmen festgelegt worden sein. Alfred Schulze ist zuversichtlich, dass sich der Revierbeauftragte ins Zeug legen wird. Ob am Ende wirklich mit einer Verbesserung der Lage gerechnet werden kann, wird sich wohl erst zu gegebener Zeit zeigen.