Sandro Paufler

»Wir wollen den Sachsenpokal gewinnen«

Bischofswerda. Der Sachsenpokal könnte gut in die Vitrine der Frauenmannschaft des BFV 08 passen. Das finden die Spielerinnen Sarah Kasper und Celine Wendisch.

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Celine Wendisch (links) und Sarah Kasper spielen im Mittelfeld beim Bischofswerdaer FV 08. Mit der Mannschaft haben die beiden ehrgeizige Ziele.   Foto: Sandro Paufler

Celine Wendisch (links) und Sarah Kasper spielen im Mittelfeld beim Bischofswerdaer FV 08. Mit der Mannschaft haben die beiden ehrgeizige Ziele. Foto: Sandro Paufler

Ihr habt die Regionalliga auf einem starken Tabellenplatz acht abgeschlossen. Wie heftig war die Party für den Klassenerhalt gewesen?

Sarah Kasper: Die Party für den Klassenerhalt war sehr heftig gewesen und wir hatten wahnsinnig viel Spaß. Wir haben diesmal eine super Saison gespielt und uns mit einer Abschlussfahrt belohnt. Die gesamte Mannschaft war über Himmelfahrt in Ungarn am Balaton gewesen. Dort konnten wir quasi die Sau raus lassen und ausgelassen feiern.

 

 

Könnt Ihr mit eigenen Worten beschreiben, warum ihr diese Saison so gut abgeschnitten habt?

Sarah Kasper: Ich würde sagen, dass es etwas mit der Trainingsintensität zu tun hat. Wir haben ja früher nur zweimal die Woche trainiert. Seitdem wir angefangen haben dreimal die Woche zu trainieren und das auch konsequent durchgezogen haben, konnten wir unsere spielerische Qualität verbessern. Außerdem haben wir mit Thomas Bär einen Athletiktrainer dazubekommen, der etwas für unseren Muskelaufbau, die Ausdauer und unsere Sprintschnelligkeit getan hat.

Celine Wendisch: Ich finde auch, dass das gesamte Trainerteam einen großen Anteil am Erfolg dieser Saison hatte.

Sarah Kasper: Genau! Zudem muss man sagen, dass wir dieses Jahr einen sehr guten Kader hatten und uns die Neuzugänge wie der von Celine Wendsich wahnsinnig weitergeholfen haben. Der Kader war durch einen positiven Konkurrenzkampf super belebt.

 

 

Celine, du wurdest in Bischofswerda ausgebildet und bist erst kürzlich von Turbine Potsdam zum BFV 08 gewechselt. Warum hast du dich für eine Rückkehr nach Bischofswerda entschieden?

Celine Wendisch: Ich möchte auf jeden Fall mehr Spaß am Fußballspielen haben und einfach das Mannschaftsgefühl in Bischofswerda genießen. Auch die Zusammenarbeit mit den Trainern ist hier deutlich mehr auf Augenhöhe – das gefällt mir sehr.

 

Sarah, du bist eine erfahrene Spielerin und seit Beginn an beim BFV 08 dabei. Bist du überhaupt noch Nervös vor jedem Spiel?

Sarah Kasper: Ich denke, meine Nervosität werde ich nie richtig ablegen können. Vor jedem Spiel bin ich nervös, aber das ist ein gutes Zeichen. Denn, wenn ich mal nicht nervös sein sollte, ist es eher ein Zeichen dafür, dass ich ein schlechtes Gefühl habe in das Spiel zu gehen. Allgemein lasse ich mich sehr viel von meinen Gefühlen leiten. Oftmals denke ich bereits einen Abend zuvor über das bevorstehende Spiel nach. Dabei gehe ich verschiedene Szenarien durch und hoffe, dass es dann im Spiel so läuft wie erhofft.

 

 

Welcher Titel könnte ganz gut in die Vitrine der Frauenmannschaft des BFV 08 passen?

Celine Wendisch: Wenn wir den Sachsenpokal gewinnen würden, wäre das klasse.

Sarah Kasper: Das wäre mal eine wunderbare Sache! Wir können noch so gut in der Liga sein, aber im Pokal scheitern wir immer. Ich bin mir sicher, wenn wir einmal im Finale stehen würden, dann würden wir das Spiel rocken - aber bis zum Finale müssen wir erstmal kommen.

 

 

Bischofswerda ist eine Kleinstadt mit knapp 11.000 Einwohnern. Die Gegnerinnen, die aus Berlin, Leipzig und anderen Metropolen kommen, sehen das genauso. Warum sollte man euch trotzdem nicht unterschätzen?

Sarah Kasper: Wir sind eine Mannschaft, die über den Kampf kommt und absolut willensstark ist. Und Celine hat es vorhin treffend erwähnt: das Mannschaftsgefüge passt. Wenn man das von einer Spielerin hört die noch nicht so lange im Team dabei ist, dann spricht das schon für unseren besonderen Teamgeist.

 

 

Ihr dürft jetzt Eigenwerbung für den Frauenfußball machen. Warum lohnt es sich, ein Spiel von euch anzuschauen?

Sarah Kasper: Sicherlich ist Frauenfußball nicht das gleiche wie Männerfußball, und es gibt immer wieder Leute, die sagen, sie würden sich keinen Frauenfußball anschauen wollen. Aber die Leute dürfen das nicht gleichsetzen mit Kreisligafußball. Wir spielen immerhin in der Regionalliga und können guten Fußball spielen. Alle die, die letzte Saison das spannende Ligaspiel gegen Viktoria Berlin mitverfolgt haben, würden sich das Spiel wahrscheinlich immer wieder anschauen wollen. Das war Werbung für den Frauenfußball. Ich finde bei uns sehen die Leute, dass wir total gewillt sind in der Liga zu bleiben. Und ich glaube auch, dass man das nach außen hin spürt: Wir sind bereit über 90 Minuten 120 Prozent zu geben.